Freitag - 25. Mai 2018
Hauptversammlung

Aus den Ausführungen von Werner Baumann

Vorsitzender des Vorstands der Bayer AG

(Es gilt das gesprochene Wort)


Sehr geehrte Damen und Herren,
liebe Aktionärinnen und Aktionäre,

einen schönen guten Morgen auch von meiner Seite. Im Namen des gesamten Vorstands begrüße ich Sie sehr herzlich zu unserer Hauptversammlung – wir freuen uns, dass Sie so zahlreich unserer Einladung gefolgt sind.

Es ist Ihnen sicher nicht entgangen, dass unsere Hauptversammlung dieses Jahr vier Wochen später als in den vergangenen Jahren stattfindet. Dadurch ergibt sich die Gelegenheit, Sie über den inzwischen weit fortgeschrittenen Stand der Monsanto-Übernahme zu informieren. Nach fast zwei Jahren intensiver Arbeit haben wir fast alle entscheidenden Freigaben erhalten. Wir gehen davon aus, die Übernahme von Monsanto in Kürze abschließen zu können.

Bevor ich weiter darauf eingehe, werde ich – wie Sie das an dieser Stelle gewohnt sind – über unsere aktuelle Arbeit und die Entwicklung bei Bayer berichten.

Doch zunächst möchte ich einen ganz besonderen Dank aussprechen. Das Engagement, die Kompetenz und das Herzblut unserer rund 100.000 Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter auf der ganzen Welt sind das, was Bayer ausmacht. Deshalb will ich mich gleich zu Beginn bei allen Kolleginnen und Kollegen für ihre wertvolle Arbeit im vergangenen Jahr sehr herzlich bedanken.

Von dieser Arbeit profitieren auch Sie, liebe Aktionärinnen und Aktionäre. In diesem Jahr konnten wir der Hauptversammlung erneut – zum achten Mal in Folge – eine Erhöhung der Dividende vorschlagen, auf 2,80 Euro pro Aktie. Damit möchten wir Sie einmal mehr angemessen am Erfolg Ihres und unseres Unternehmens beteiligen. Darüber freue ich mich sehr.

Darüber hinaus bedanke ich mich für das Vertrauen, das Sie auch im vergangenen Jahr den Mitgliedern von Aufsichtsrat und Vorstand und auch mir persönlich entgegengebracht haben. Ihr Vertrauen bestärkt uns in unserer täglichen Arbeit und wir werden auch weiterhin alles dafür tun, um diesem Vertrauen gerecht zu werden.

Lassen Sie mich nun zunächst zurückblicken auf den Geschäftsverlauf im vergangenen Jahr und im ersten Quartal dieses Jahres.


(2018-1502-1)

Operativ war 2017 ein Jahr mit Licht und Schatten. Wir haben in vielen Bereichen erfreuliche Fortschritte erzielt. Aber wir hatten auch mit negativen Entwicklungen zu kämpfen und mussten im Jahresverlauf unsere Prognose anpassen. Unter dem Strich blieben wir 2017 mit Umsatz und Ergebnis auf dem Niveau des Vorjahres.

Damit komme ich zu den Geschäftszahlen im Einzelnen: Der Umsatz des Bayer-Konzerns lag im Jahr 2017 bei 35 Milliarden Euro. Das entspricht einem Zuwachs von 1,5 Prozent gegenüber dem Vorjahr. Bitte beachten Sie, dass ich beim Umsatz immer von währungs- und portfoliobereinigten Veränderungen spreche.

Das um Sondereinflüsse bereinigte EBITDA des Konzerns lag mit 9,3 Milliarden Euro auf dem Niveau des Vorjahrs. Das EBIT stieg dagegen um 2,9 Prozent auf 5,9 Milliarden Euro. Darin sind Sonderaufwendungen in Höhe von 1,2 Milliarden Euro enthalten. Das bereinigte Ergebnis je Aktie konnten wir um 7 Cent auf 6,74 Euro steigern. Dabei wirkt sich die Pflichtwandelanleihe aus, die wir im November 2016 ausgegeben haben. Dadurch ist die Zahl der Aktien, die in die Berechnung eingeht, deutlich gestiegen. Ohne diesen Effekt hätte sich das bereinigte Ergebnis je Aktie um 37 Cent erhöht.

Unsere operativen Ziele haben wir damit beim Umsatz erreicht – gemessen an unserer angepassten Konzern-Prognose. Das um Sondereinflüsse bereinigte EBITDA lag dagegen knapp unter den Erwartungen. Beim bereinigten Ergebnis je Aktie haben wir unsere Erwartungen übertroffen. Darüber hinaus haben uns – wie alle international tätigen europäischen Unternehmen – negative Währungseffekte belastet. Das ist eine Entwicklung, die sich auch im ersten Quartal 2018 fortgesetzt hat.


(2018-1502-2)

Ich möchte Ihnen nun einen Überblick geben, was wir in unseren Divisionen erreicht haben. Pharmaceuticals konnte 2017 ein weiteres Rekordjahr verzeichnen. Unser Geschäft mit verschreibungspflichtigen Arzneimitteln erzielte einen Umsatz von 16,8 Milliarden Euro. Dies entsprach einem Zuwachs von 4,3 Prozent.

Maßgebliche Treiber waren erneut unsere Hauptwachstumsprodukte Xarelto™, Eylea™, Xofigo™, Stivarga™ und Adempas™, deren Umsatz um mehr als 16 Prozent auf über 6 Milliarden Euro anstieg. Das ist eine sehr erfreuliche Entwicklung.

Xarelto™ als unser umsatzstärkstes Produkt verzeichnete ein Plus von 14 Prozent auf 3,3 Milliarden Euro. Dies lag vor allem an höheren Absatzmengen in Europa, Japan und China. Auch in den USA legte der Umsatz weiter zu. Dort wird Xarelto™ von einer Tochtergesellschaft von Johnson & Johnson vermarktet.

Das Ergebnis von Pharmaceuticals konnte ebenfalls erfreulich gesteigert werden. Das EBITDA vor Sondereinflüssen erhöhte sich um knapp 9 Prozent auf 5,7 Milliarden Euro. Rechnet man die negativen Währungseffekte heraus, lag das Plus sogar bei rund 11 Prozent.

Auch strategisch haben wir unser Pharma-Geschäft 2017 weiterentwickelt. Mit der Einlizenzierung zweier Entwicklungskandidaten des Biotech-Unternehmens Loxo Oncology haben wir unser bestehendes Onkologie-Portfolio gestärkt. Und wir haben damit auch Wort gehalten: Denn wir haben immer betont, dass der Erwerb von Monsanto nicht dazu führen wird, dass wir Investitionen im Pharmageschäft vernachlässigen.

Was solche Investitionen in die Forschung konkret für das Leben von Menschen bedeuten können, möchten wir Ihnen nun in einem kurzen Film zeigen. Es ist die Geschichte von Siegfried Stark, die Sie vielleicht bereits in unserem Geschäftsbericht gesehen haben.

Meine Damen und Herren,
es sind persönliche Geschichten wie diese, die uns antreiben, immer bessere Möglichkeiten zu finden, um Krankheiten wie den Krebs zu behandeln und vielleicht eines Tages auch zu besiegen. Jedes dieser persönlichen Schicksale erinnert uns daran, wie wichtig die Arbeit unserer Kolleginnen und Kollegen für den Alltag der Menschen ist.

Damit kommen wir nun zu unserer Division Consumer Health.


(2018-1502-3)

Unser Geschäft mit rezeptfreien Arzneimitteln ging 2017 im Vergleich zum Vorjahr leicht zurück. Der Umsatz verringerte sich um 1,7 Prozent auf 5,9 Milliarden Euro. Das lag zum einen an einer weiterhin schwachen Geschäftsentwicklung in den USA, zum anderen an einer Entscheidung der chinesischen Behörden, zwei unserer Marken, die bisher verschreibungsfrei waren, in rezeptpflichtige Produkte umzuklassifizieren.

Das um Sondereinflüsse bereinigte EBITDA von Consumer Health lag im vergangenen Jahr bei 1,2 Milliarden Euro. Dies entspricht einem deutlichen Rückgang um rund 13 Prozent gegenüber dem Vorjahr, im Wesentlichen bedingt durch geringere Absatzmengen, höhere Herstellungskosten und gestiegene Aufwendungen für Marketing und Vertrieb. Zudem belasteten Währungseffekte das Ergebnis.

Ein Blick auf die einzelnen Produkte zeigt sehr unterschiedliche Entwicklungen. Das Geschäft mit unserem umsatzstärksten Produkt bei Consumer Health, dem Allergiemittel Claritin™, hat sich in China positiv entwickelt, während wir in den USA und Japan stärkerem Wettbewerbsdruck ausgesetzt waren. Unter dem Strich ging der Umsatz mit Claritin™ um 2,4 Prozent auf 585 Millionen Euro zurück.


Dagegen konnten wir das Geschäft mit Aspirin™ weiter ausbauen. Zusammen mit dem bei Pharmaceuticals ausgewiesenen Geschäft mit Aspirin™ Cardio lag der Umsatz über einer Milliarde Euro. Damit erzielten unsere Aspirin™-Produkte insgesamt ein Plus von 6,5 Prozent gegenüber dem Vorjahr.

Auch das Geschäft mit unseren Wundheilungs- und Hautpflegemitteln Bepanthen™ / Bepanthol™ konnten wir in einer ähnlichen Größenordnung ausbauen.

Gerade bei diesen traditionsreichen Marken sind unsere Consumer-Health-Produkte oft seit Generationen ein fester Bestandteil im Alltag unserer Kunden, gerade bei Familien. Das möchten wir Ihnen in einem kurzen Film veranschaulichen.

Meine Damen und Herren,
auch aufgrund des großen Vertrauens in unsere Marken blicken wir bei Consumer Health optimistisch in die Zukunft. Vor dem Hintergrund des demografischen Wandels und eines globalen Self-Care-Trends, der sich durch Individualisierung und Digitalisierung weiter verstärkt, sehen wir unverändert attraktive Wachstumschancen für unser Geschäft. Und natürlich wünschen wir unserem neuen Vorstand Heiko Schipper und seinem Team alles Gute.


(2018-1502-4)

Kommen wir nun zu unserer Division Crop Science. Hier entwickelte sich das Geschäft 2017 anders als erwartet. Das lag vor allem an der schwierigen Marktsituation in Brasilien. Dort haben mehrere Faktoren zu unerwartet hohen Lagerbeständen an Pflanzenschutzmitteln im Markt geführt, sodass wir im zweiten Quartal 2017 Rückstellungen bilden und unsere Geschäftsprognose für das Gesamtjahr korrigieren mussten.

Wir haben daraufhin detailliert untersucht, wie es zu dem Rückstellungsbedarf kam. Gleichzeitig haben wir umgehend reagiert und eine Reihe von Maßnahmen ergriffen, die in den vergangenen Quartalen zu einer Normalisierung der Situation geführt haben. Unter anderem haben wir die erhöhten Handelsbestände durch Produktrücknahmen und zusätzliche Abverkäufe reduziert.

2017 sank der Umsatz von Crop Science um 2,2 Prozent gegenüber dem Vorjahr. Ohne Brasilien legte der weltweite Umsatz dagegen um drei Prozent zu. Erfreulich entwickelte sich das Geschäft in der Region Nordamerika mit einem Umsatzplus von knapp 6 Prozent. In der Region Asien / Pazifik stiegen die Umsätze um zwei Prozent.

Das bereinigte EBITDA von Crop Science lag 2017 bei 2 Milliarden Euro – ein Rückgang um rund 16 Prozent. Dies ist ebenfalls vor allem auf die Situation in Brasilien zurückzuführen.


(2018-1502-5)

Positiv entwickelte sich unser Segment Animal Health mit einem Plus von 2,0 Prozent beim Umsatz und 9,2 Prozent beim bereinigten EBITDA, das auch vom Cydectin™-Erwerb profitierte. Besonders gut lief das Geschäft in der Region Asien / Pazifik. Auch in Nordamerika verzeichneten wir Umsatzzuwächse. Bei den Produkten setzte sich auch 2017 das starke Wachstum des Floh- und Zeckenhalsbands Seresto™ mit einem Umsatzplus von 25 Prozent fort.


(2018-1502-6)

Lassen Sie mich nun wie angekündigt noch kurz etwas zu unserer aktuellen Geschäftsentwicklung sagen. Die Zahlen für unser erstes Quartal 2018 haben wir Anfang Mai veröffentlicht. Es war ein Quartal, in dem die operative Entwicklung vor allem von negativen Währungseffekten überlagert wurde. Bereinigt um Währungs- und Portfolioeffekte konnten wir den Umsatz im ersten Quartal steigern. Das Ergebnis vor Sondereinflüssen lag währungsbereinigt auf dem Niveau des starken ersten Quartals von 2017.

Auf dieser Basis haben wir auch den währungsbereinigten Ausblick für das Geschäftsjahr 2018 bestätigt. Wir gehen weiterhin von einem Anstieg des Umsatzes im unteren bis mittleren einstelligen Prozentbereich aus. Für das bereinigte EBITDA rechnen wir währungsbereinigt weiter mit einem Anstieg im mittleren einstelligen Prozentbereich. Das gilt ebenfalls für das bereinigte Ergebnis je Aktie.

Meine Damen und Herren,
lassen Sie mich nun zu weiteren Entwicklungen in unserem Unternehmen kommen, bei denen wir in den vergangenen Monaten wichtige Fortschritte erzielt haben.

Das betrifft zum Beispiel das Engagement des singapurischen Staatsfonds Temasek, der im April 2018 insgesamt 31 Millionen Bayer-Aktien zu einem Preis von 3 Milliarden Euro erworben hat und damit nun etwa 4 Prozent unserer Anteile hält. Temasek ist ein langfristig orientierter Investor, der mit seiner erheblichen Beteiligung die strategische Ausrichtung unseres Unternehmens unterstützt. Und das betrifft auch die Bayer-Anteile an Covestro. Seit dem Börsengang 2015 haben wir das Ziel verfolgt, uns Schritt für Schritt von Covestro zu trennen. Diesen Verkaufsprozess haben wir Anfang dieses Monats sehr erfolgreich abgeschlossen.

Der Bayer-Konzern hat durch den Verkauf der Covestro-Aktien insgesamt mehr als 9 Milliarden Euro erlöst. Dazu kommt eine weitere Milliarde aus der im Juni 2017 begebenen Umtauschanleihe. Unter dem Strich und inklusive der im Rahmen des Börsengangs übertragenen Schulden konnte Bayer mit der Trennung von Covestro über 15 Milliarden Euro erzielen. Das ist deutlich mehr als erwartet, und auch die Umsetzung ist zügiger gelungen als geplant. Wir haben hier die Gunst der Stunde genutzt und für unsere Aktionärinnen und Aktionäre erheblichen Wert realisiert. Ebenso freut es uns sehr, dass Covestro seinerseits so erfolgreich ist und in diesem Jahr in den DAX aufsteigen konnte. Das ist ein toller Erfolg, zu dem wir Patrick Thomas und seiner Mannschaft herzlich gratulieren – ebenso wünschen wir seinem Nachfolger Markus Steilemann für die Zukunft alles Gute.


(2018-1502-7)

Meine Damen und Herren,
lassen Sie mich nun, wie eingangs erwähnt, zum aktuellen Stand unseres großen strategischen Vorhabens kommen: der Übernahme von Monsanto.

Seit Mai 2016, vor genau zwei Jahren, als wir das erste Angebot für die Übernahme von Monsanto unterbreitet haben, galten viele unserer Anstrengungen der Realisierung dieser Übernahme. Dafür war Ausdauer gefragt. Wir haben immer gesagt, dass es sich um einen Marathon handelt und nicht um einen Sprint – und diese notwendige Ausdauer haben wir bewiesen.

Das gilt besonders für die Prüfung der Übernahme durch die weltweiten Kartellbehörden. Nur um Ihnen ein Gefühl für die Dimension dieser Aufgabe zu geben, haben wir mal berechnet, wie viele Unterlagen Bayer bei den europäischen und den US-amerikanischen Kartellbehörden eingereicht hat. Allein bei diesen beiden Behörden kommen wir auf eine Größenordnung von schätzungsweise 40 Millionen DIN-A4-Seiten. Würde man das alles ausdrucken und stapeln, wäre es ein Papierberg etwa 25 Mal so hoch wie der Kölner Dom.

Doch der Marathon ist noch nicht zu Ende. Wir sind noch nicht ganz am Ziel angelangt. Aber wir erwarten die wenigen noch ausstehenden Kartellfreigaben in Kürze. Viele unserer Kolleginnen und Kollegen haben in den vergangenen gut zwei Jahren sehr hart dafür gearbeitet. Für ihre Arbeit und ihren unermüdlichen Einsatz möchte ich ihnen an dieser Stelle einen ganz besonderen Dank aussprechen.

Klar ist aber auch: Mit Abschluss der Übernahme geht die Arbeit erst richtig los. Wir haben uns sehr intensiv auf die Integrationsarbeit vorbereitet und freuen uns darauf, unsere Pläne in die Tat umzusetzen.

Wie also wird Bayer nach der Übernahme von Monsanto aussehen?


(2018-1502-8)

Das können Sie am Pro-forma-Umsatz von Bayer im Jahr 2017 erkennen. Inklusive Monsanto wären die Bereiche Gesundheit und Ernährung etwa gleich groß gewesen. Der Gesamtumsatz hätte bei rund 45 Milliarden Euro gelegen, der Umsatz des kombinierten Crop-Science-Geschäfts bei rund 20 Milliarden Euro. Dabei sind die vorgesehenen Kartellverkäufe an die BASF mit einem Umsatzvolumen von rund 2,2 Milliarden Euro bereits berücksichtigt.

Diese Veräußerungen waren für die behördlichen Freigaben notwendig. Auf der anderen Seite übernehmen wir neue, sehr attraktive Geschäfte, mit denen wir zu einem führenden Unternehmen der Landwirtschaft aufsteigen. Der Erwerb ist heute genauso attraktiv, wie wir diesen vor zwei Jahren beurteilt haben – und, meine Damen und Herren, ich habe in meiner Karriere schon viele Transaktionen begleitet. Ich bin überzeugt: Dieses Akquisitionsvorhaben hat unter diversen Aspekten und damit auch insgesamt ein sehr hohes Wertschaffungspotenzial, und zwar für das Unternehmen, unsere Aktionärinnen und Aktionäre und unsere Kunden.

Wir erwarten ab 2019 einen positiven Beitrag zum bereinigten Ergebnis je Aktie, ab 2021 im zweistelligen Prozentbereich. Darüber hinaus rechnen wir – unter Berücksichtigung der Veräußerungen – von 2022 an mit jährlichen Beiträgen zum EBITDA vor Sondereinflüssen von 1,2 Milliarden US-Dollar durch Synergien.


(2018-1502-9)

Zusätzlich dazu möchte ich Ihnen gerne einen Einblick geben, was die Übernahme von Monsanto für unsere Kunden bringt, die Landwirte auf der ganzen Welt. Künftig können wir ihnen noch besser dabei helfen, gesunde, sichere und erschwingliche Lebensmittel auf nachhaltige Weise herzustellen.

Für diese komplexe Aufgabe bieten wir ihnen dann ein hervorragendes Portfolio: bei Saatgut und Pflanzeneigenschaften. Beim chemischen oder biologischen Pflanzenschutz. Und auch bei digitalen Technologien, Analytik und Beratung. Damit verfügen wir über eine Vielzahl an Möglichkeiten, die zu der Vielfalt der Landwirtschaft auf der ganzen Welt passt. Zum Biobauern genauso wie zum konventionellen Landwirt. Zum Kleinbauern in Asien genauso wie zum großen Agrarbetrieb in den USA. Diese unterschiedlichen Realitäten wollen wir Ihnen in unserem dritten kurzen Einspielfilm zeigen.

Meine Damen und Herren,
diese Landwirte sind unsere Kunden. Auf sie kommt in den nächsten Jahren und Jahrzehnten die zentrale Aufgabe zu, für die rund zehn Milliarden Menschen, die nach Schätzungen der Vereinten Nationen im Jahr 2050 auf der Erde leben, Nahrungsmittel in ausreichender Menge und Qualität herzustellen.

Das ist eine enorme Herausforderung, aber ehrlich gesagt keine neue. Wenn man sich die vergangenen Jahrzehnte und Jahrhunderte ansieht, dann hat es gerade die Landwirtschaft immer wieder verstanden, mithilfe von neuen Verfahren, neuen Züchtungen oder neuen Technologien immer mehr Menschen zu ernähren. Darum geht es auch jetzt – und erst recht vor dem Hintergrund, dass Ernten zunehmend durch Wetterextreme und den Klimawandel bedroht werden. Dabei lösen wir die Probleme von morgen nicht mit den Rezepten von gestern. Bei dieser Suche nach Innovationen wollen wir ein Partner der Landwirtschaft sein.

Mit der Übernahme von Monsanto wächst ohne Frage unsere Position im Agrarsektor – und damit auch unsere Verantwortung. Gegenüber Landwirten und Verbrauchern, gegenüber der Gesellschaft und auch gegenüber der Umwelt. Wir werden alles tun, um dieser Verantwortung gerecht zu werden.

Nachhaltigkeit und Verantwortung sind tief in unserer Unternehmenskultur verankert. Bayer steht für höchste ethische, ökologische und soziale Standards. Diesen Weg werden wir konsequent weitergehen.

Meine Damen und Herren,
wir leben in einer Zeit, in der scheinbar immer mehr Dinge auf uns einprasseln. Dies führt zu einem Wettlauf um Aufmerksamkeit. Aus meiner Sicht besteht die Gefahr, dass bei diesem Rennen um Aufmerksamkeit gewisse Dinge auf der Strecke bleiben. Lassen Sie mich darauf kurz eingehen.

Eine Gefahr, die ich sehe, ist, dass wir aus übertriebener Vorsicht Chancen verpassen. Diejenigen von uns, die gesellschaftliche Verantwortung tragen, sei es in der Politik, in der Wirtschaft oder in anderen Bereichen, dürfen nicht nur auf das schauen, was heute den Vorstellungen und Umfragen entspricht, sondern vor allem auf das, was morgen und übermorgen gesellschaftlichen Fortschritt und wirtschaftlichen Wohlstand verspricht.

Verstehen Sie mich nicht falsch: Ich habe immer Verständnis für den einzelnen, der Angst hat vor Veränderungen. Aber als Gesellschaft und Volkswirtschaft müssen wir dazu bereit sein, im Sinne einer langfristigen Entwicklung Chancen und Risiken abzuwägen und dann bewusste Entscheidungen zu treffen.

In der Welt der Wirtschaft geschieht das jeden Tag, vom kleinen Betrieb bis zum großen Konzern. Es ist der Kern von unternehmerischer Verantwortung. Kein Risiko einzugehen ist dabei keine Option. Das muss auch für uns alle gelten.

Eine weitere Gefahr, die ich sehe, ist, dass die Debatte in unserem Land sehr viel von Meinung geprägt wird, aber wenig von Fakten. Wir haben alle mitbekommen, wie um den Begriff der Fakten gekämpft wurde. Es war viel von „Fake News“ die Rede. Der Ausdruck „alternative Fakten“ ist sogar zum „Unwort des Jahres“ 2017 gekürt worden. Aus meiner Sicht zu Recht, denn der Ausdruck vermittelt den verheerenden Eindruck, dass es tatsächlich Alternativen zu den Fakten gäbe. Die gibt es nicht. Jeder hat ein Recht auf eine eigene Meinung, aber niemand hat das Recht auf eigene Fakten.

Fakten bilden die Basis für gesellschaftliche und unternehmerische Entscheidungen. Sie sorgen für Berechenbarkeit statt Beliebigkeit. Wir müssen uns wieder klarer darüber werden und klarer vermitteln, wann man Meinungen austauscht und um Argumente streitet, und wann Fakten entstehen und wofür diese wichtig sind.

Unser Geschäftsmodell basiert auf wissenschaftlichen Fakten: Wir streben nach neuen Lösungen für die Bedürfnisse von Menschen, nach neuen Möglichkeiten, Therapien und Behandlungen für offene Fragen und ungelöste Probleme, kurz: nach Innovationen. Forschung und Fortschritt in diesem Sinne gehen mit Unsicherheit einher und sind auf Aufwand und Ausdauer angewiesen – und auf Unternehmen, die genau dafür stehen und dafür Verantwortung tragen. Das tut Bayer seit 155 Jahren!


(2018-1502-10)

Meine Damen und Herren,
die bevorstehende Übernahme von Monsanto ist ein sehr wichtiger und auch konsequenter Schritt in der Entwicklung von Bayer. In den vergangenen Jahren haben wir unser Portfolio auf Gesundheit und Ernährung ausgerichtet – mit führenden Geschäften in beiden Bereichen.

Viele der drängendsten Herausforderungen unserer Zeit stellen sich in den Bereichen Gesundheit und Ernährung: für eine Weltbevölkerung, die immer weiter wächst und gleichzeitig immer älter wird. Für eine Weltgemeinschaft, die den Klimawandel meistern muss und gleichzeitig die Digitalisierung gestalten will.

Gesundheit und Ernährung zählen zu den nachhaltigen Entwicklungszielen der Vereinten Nationen. Auch das unterstreicht ihre Relevanz.

Wir sind der festen Überzeugung, dass wir in diesen Bereichen einen Beitrag leisten können, um die großen Herausforderungen für uns alle zu bewältigen. Dafür wollen wir unsere geballte Expertise, Leidenschaft und Innovationskraft einbringen.

Wir sind dabei optimistisch, weil wir an unsere Stärken glauben:

- Innovationen auf der Basis von wissenschaftlicher Forschung.
- Unser Bekenntnis zu Nachhaltigkeit und Verantwortung.
- Unser Fokus auf den Geschäftserfolg, basierend auf finanzieller Stärke und effizienten Prozessen.
- Unser Portfolio-Management, das langfristigen Wert für Sie, unsere Aktionärinnen und Aktionäre, schafft.
- Und unsere starke Marke Bayer, die weltweit für Qualität und Integrität steht.

Alle diese Punkte werden maßgeblich sein für den weiteren Erfolg unseres Unternehmens.

Meine Damen und Herren,
lassen Sie mich zum Schluss noch etwas Persönliches sagen: Ich bin vor ziemlich genau 30 Jahren zu Bayer gekommen und durfte dem Unternehmen seither in unterschiedlichen Positionen und in unterschiedlichen Ländern dienen. In diesen 30 Jahren hat sich viel verändert und das tut es jetzt ganz aktuell auch wieder. Aber ich darf Ihnen versichern, dass sich die grundsätzliche Haltung des Unternehmens, die Werte und Überzeugungen, aus denen heraus wir handeln, nicht verändert haben.

Bei Bayer gelten immer noch die gleichen Werte und Überzeugungen, die unser Unternehmen groß gemacht haben. Ihnen fühlen wir uns verpflichtet – und das wird sich auch nicht ändern. Das verspreche ich Ihnen und das werden wir Ihnen in den nächsten Monaten und Jahren beweisen.

Sie können mich gerne beim Wort nehmen: Bayer wird Bayer bleiben. Vielen Dank.

Zukunftsgerichtete Aussagen
Diese Mitteilung kann zukunftsgerichtete Aussagen enthalten. Tatsächliche Ergebnisse können wesentlich von den in solchen zukunftsgerichteten Aussagen enthaltenen Einschätzungen oder Vorhersagen abweichen. Faktoren, die zu einem solchen Abweichen tatsächlicher Ergebnisse führen können, sind unter anderem: Ungewissheiten bezüglich des Zeitpunkts des Vollzugs der Transaktion; das Risiko, dass die Parteien die von dem Unternehmenszusammenschluss erwarteten Synergien und Effizienzsteigerungen nicht innerhalb des erwarteten Zeitraums (oder überhaupt nicht) erzielen oder die Integration des Geschäftsbetriebs der Monsanto Company („Monsanto“) in die Bayer Aktiengesellschaft („Bayer“) nicht gelingt; dass die Integration von Monsanto schwieriger, zeitaufwendiger oder teurer verläuft als erwartet; dass die Umsätze nach dem Vollzug der beabsichtigten Transaktion niedriger ausfallen als angenommen; dass Betriebskosten, der Verlust bestehender Kundenbeziehungen oder Störungen des gewöhnlichen Geschäftsablaufs infolge der Ankündigung der Transaktion (einschließlich Schwierigkeiten in der Aufrechterhaltung bestehender Beziehungen mit Arbeitnehmern, Kunden oder Lieferanten) höher bzw. schwerwiegender ausfallen als erwartet; der mögliche Verlust wichtiger Schlüsselarbeitnehmer von Monsanto; Risiken im Zusammenhang mit der Ablenkung des Managements vom operativen Tagesgeschäft durch die Transaktion; dass die Bedingungen für den Vollzug der beabsichtigten Transaktion nicht erfüllt werden oder die erforderlichen behördlichen Genehmigungen nicht planmäßig oder zu den erwarteten Bedingungen eingeholt werden können; die Erfüllbarkeit der Erwartungen der Parteien hinsichtlich des Zeitpunkts, des Vollzugs sowie der steuerlichen und bilanziellen Behandlung des Unternehmenszusammenschlusses; die Folgen der Refinanzierung der im Zusammenhang mit der Transaktion aufgenommenen Kredite, die Folgen der Fremdkapitalaufnahme durch Bayer im Zusammenhang mit der Transaktion sowie deren mögliche Auswirkungen auf das Rating von Bayer; die Auswirkungen des Zusammenschlusses von Bayer und Monsanto, einschließlich der zukünftigen Finanzlage, des operativen Ergebnisses, der Strategie sowie der Pläne des kombinierten Unternehmens; weitere Faktoren, die in dem von Monsanto bei der US-amerikanischen Securities and Exchange Commission („SEC“) eingereichten Jahresbericht (Form 10-K) für das am 31. August 2017 zu Ende gegangene Geschäftsjahr und anderen von Monsanto bei der SEC eingereichten Berichten (erhältlich unter www.sec.gov und auf Monsantos Webseite unter www.monsanto.com) beschrieben sind; sowie andere Faktoren, die in den von Bayer veröffentlichten Berichten (erhältlich auf der Bayer-Webseite www.bayer.de) beschrieben sind. Soweit rechtlich nicht anders vorgeschrieben, übernehmen Bayer und Monsanto keine Verpflichtung, die in dieser Mitteilung enthaltenen Informationen zu aktualisieren. Zukunftsgerichteten Aussagen, deren Wirkung lediglich auf das Datum dieser Mitteilung abstellt, sollte keine unangemessene Bedeutung beigemessen werden.

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