Donnerstag - 25. Februar 2021
Bilanz-Pressekonferenz

Aus den Ausführungen von Werner Baumann und Wolfgang Nickl

Vorsitzender des Vorstands der Bayer AG / Finanzvorstand der Bayer AG

(Es gilt das gesprochene Wort)


Werner Baumann:

Meine sehr geehrten Damen und Herren,

ich begrüße Sie herzlich zu unserer Bilanz-Pressekonferenz. Wir freuen uns, Ihnen unseren Jahresabschluss für das Geschäftsjahr 2020 vorzustellen und natürlich im Nachgang Ihre Fragen zu beantworten.

Das zurückliegende Jahr stand ganz im Zeichen von COVID-19. Das liegt auf der Hand. Das gilt für Bayer genauso wie für alle anderen Unternehmen weltweit. Vor einem Jahr, am Tag vor unserer damaligen Pressekonferenz, gab es Meldungen von einem ersten COVID-Verdachtsfall hier in Leverkusen. Das hat sich damals als unbegründet erwiesen und dennoch war dies die Zeit, als das Virus nach Deutschland kam.

Seither ist viel passiert, und ich möchte Ihnen zu Beginn einen Überblick geben, welche Themen für uns 2020 besonders im Vordergrund standen.


(2021-1500-1)

Zunächst ging und geht es natürlich um die Verantwortung für unsere rund 100.000 Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter auf der ganzen Welt. Wir haben seit Beginn der Pandemie umfassende Schutzmaßnahmen an allen unseren Standorten eingeführt, die seither immer wieder überprüft und angepasst werden.

Durch diese Schutzmaßnahmen ist es uns sehr gut gelungen, auch unter schwierigsten Bedingungen Landwirte, Patienten und Konsumenten mit teils lebenswichtigen Produkten zu versorgen.

Darüber hinaus haben unsere Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter seit Beginn der Pandemie mit enormer Eigeninitiative alle Hebel in Bewegung gesetzt, um zu helfen. Bayer hat in vielen Teilen der Welt Geld und medizinisches Material gespendet oder in anderer Form unterstützt. Aktuell stellen wir etwa das Bayer-Erholungshaus, aber auch zum Beispiel Spezialkühlschränke in den USA zur Verfügung, um die Impfung gegen COVID-19 zu unterstützen.

Vor einigen Wochen sind wir eine umfassende Partnerschaft mit CureVac eingegangen. Dabei geht es zunächst darum, die klinischen Studien und die Zulassung des Impfstoffs von CureVac zu unterstützen. Gleichzeitig laufen die Vorbereitungen in Wuppertal und in unserem globalen Produktionsnetzwerk, um so schnell wie möglich auch bei der Herstellung des Impfstoffs zu helfen.

Wir haben gesehen, dass COVID-19 das Nachfrageverhalten zum Teil deutlich beeinflusst hat. Auf die unterschiedlichen Effekte gehen wir gleich noch ein. Aber unter dem Strich haben wir in der Pandemie eine stabile operative Performance abgeliefert.

Wir haben das vergangene Jahr auch genutzt, um die Weichen für künftiges Wachstum zu stellen. Wir haben die Transformation unseres Unternehmens weiter vorangetrieben, unsere Produktpipelines weiterentwickelt und über alle Geschäftsfelder hinweg in neue Technologien investiert.

Erfreuliche Fortschritte konnten wir zuletzt aus unserer späten Pharma-Pipeline vermelden. Sie beinhaltet mit Nubeqa™, Finerenon, Verquvo™ sowie BAY-342 Blockbuster-Kandidaten mit einem möglichen Spitzen-Umsatzpotenzial im Milliarden-Bereich.

Im Januar erhielten wir für Verquvo™, unser Produkt gegen chronische Herzinsuffizienz, die Zulassung der amerikanischen Gesundheitsbehörde FDA. Ebenfalls im Januar gewährte die FDA für Finerenon™, unser Medikament zur Behandlung von Patienten mit chronischer Nierenerkrankung und Typ-2-Diabetes, ein beschleunigtes Prüfungsverfahren.

Allein im Pharmabereich haben wir 2020 darüber hinaus mehr als 25 Kooperationen oder Akquisitionen abgeschlossen. Und insbesondere mit dem Erwerb des Biotech-Unternehmens AskBio haben wir einen großen Schritt nach vorne gemacht.

Mit AskBio und BlueRock Therapeutics bauen wir eine Plattform für Zell- und Gentherapien auf und stärken so unsere zunehmend führende Position in diesem vielversprechenden und schnell wachsenden Bereich. Mit dieser Plattform können wir an bahnbrechenden Innovationen arbeiten, um Krankheiten zu behandeln oder sogar zu heilen. Das betrifft zum Beispiel die bisher unheilbare Nervenkrankheit Parkinson. Hier arbeiten wir nun in zwei unterschiedlichen klinischen Studien an vollkommen neuen Behandlungsansätzen.

Potenziell bahnbrechende Innovationen wie diese sind immer mit großen Unsicherheiten verbunden. Das liegt in der Natur der Sache. Gerade die Entwicklung bei BlueRock ist jedoch eine schöne Bestätigung für unseren Ansatz. BlueRock war 2016 eines der ersten Investments unserer Einheit „Leaps by Bayer“, die bewusst auf Zukunftstechnologien setzt und Start-ups gründet oder fördert. 2019 war die Stammzellen-Technologie von BlueRock dann so weit, dass wir das Unternehmen ganz übernommen haben. Und 2020 haben wir es nun in unsere Plattform für Zell- und Gentherapien integriert.

Auch in den anderen Divisionen haben wir im vergangenen Jahr konsequent in die Zukunft investiert. Bei Crop Science haben wir unsere neue, niedrig wachsende Maissorte Vitala™ in einem Pilotprojekt in Mexiko eingeführt. Mit dem kleinen Wuchs ist der Mais weniger anfällig für Wetterextreme, die durch den Klimawandel immer häufiger werden. Zudem braucht man weniger Fläche, Wasser und Stickstoff, bekommt aber den gleichen Ertrag. Diese Technologie hat das Potenzial, die Maisproduktion in den kommenden Jahren zu revolutionieren und Landwirten auf der ganzen Welt zu helfen.

Bei Consumer Health haben wir 2020 eine Mehrheitsbeteiligung an Care/of erworben, einem führenden Unternehmen für personalisierte Ernährung. Damit verstärken wir unsere Position im Zukunftsmarkt Nahrungsergänzungsmittel, der gerade im vergangenen Jahr weltweit gewachsen ist.


(2021-1500-2)

Wenn wir auf das Geschäftsjahr 2020 blicken, sehen wir trotz der Pandemie eine robuste operative Performance. Das können Sie hier auf der Folie für die drei zentralen Kennzahlen unserer Geschäftsentwicklung nachvollziehen, also Umsatz, EBITDA vor Sondereinflüssen und bereinigtes Ergebnis je Aktie.

Der Konzernumsatz lag bei 41,4 Milliarden Euro. Bereinigt um Währungs- und Portfolioeffekte entspricht das einem Wachstum von 0,6 Prozent. Nominal ging der Umsatz um knapp fünf Prozent zurück. Dabei verzeichneten wir massive negative Währungseffekte von insgesamt 1,9 Milliarden Euro.

Das um Sondereinflüsse bereinigte EBITDA für 2020 – also das Ergebnis vor Zinsen, Steuern und Abschreibungen – betrug 11,5 Milliarden Euro. Unter dem Strich lag unser bereinigtes Ergebnis damit trotz der Währungseffekte, trotz Umsatzausfällen im Zusammenhang mit COVID und trotz erheblicher Preiseinbußen bei zwei unserer Pharmaprodukte in China auf dem Niveau des Vorjahres. Zur Erinnerung: Das war 2019 der höchste Wert, der jemals bei Bayer erzielt wurde. Auch daran sieht man, wie robust unsere Geschäfte sind.

Das EBIT – also das Ergebnis nach Abzug der Abschreibungen – lag 2020 bei minus 16,2 Milliarden Euro. Darin waren Sonderaufwendungen für die Rückstellungen im Zusammenhang mit den Rechtskomplexen Glyphosat, Dicamba, PCB und Essure enthalten, die zum Teil auch den Free Cash Flow belasteten.

Zudem wirkten sich im EBIT nicht zahlungswirksame Wertberichtigungen in Höhe von 9,1 Milliarden Euro auf verschiedene Vermögenswerte des Agrargeschäfts aus. Darüber hatten wir ja bereits im Herbst vergangenen Jahres gesprochen.

Das bereinigte Konzernergebnis je Aktie lag 2020 mit 6,39 Euro ebenfalls auf dem Niveau des Vorjahres. Ohne den negativen Währungseffekt läge der Wert bei etwas unter 7 Euro und damit fast auf dem Niveau, das wir uns vor Ausbreitung der Pandemie als Ziel für 2020 gesetzt hatten.

Wolfgang Nickl wird gleich noch auf den Geschäftsverlauf der Divisionen eingehen. Doch davor möchte ich noch einmal auf die Prognose schauen, die wir für 2020 aufgestellt hatten, und wie wir hier nun abschneiden.


(2021-1500-3)

Wir hatten Anfang 2020 unseren Ausblick veröffentlicht, noch ohne eine Berücksichtigung möglicher Auswirkungen durch COVID-19. Basierend auf der Geschäftsentwicklung im ersten Halbjahr, aber auch mit Blick auf die vielen Unsicherheiten und einen absehbaren Gegenwind, haben wir dann im Sommer unsere Prognose angepasst. Heute ist klar, dass wir die angepassten operativen Ziele für 2020 erreicht haben.

Vor dem Hintergrund eines zunehmend schwierigeren Jahresverlaufs mit Herausforderungen historischen Ausmaßes sind die grünen Haken, die Sie hier auf der Folie sehen, eine sehr gute Nachricht. Zum einen lässt sich daran die hohe Einsatzbereitschaft unserer Belegschaft erkennen. Zudem zeigt das insgesamt stabile und widerstandsfähige Geschäft im Jahr 2020, dass wir in den richtigen Industrien tätig sind.

Selbstverständlich wollen wir auch unsere Aktionärinnen und Aktionäre angemessen am operativen Erfolg im Geschäftsjahr 2020 beteiligen. Wir schlagen daher der Hauptversammlung eine Dividende von 2,00 Euro pro Aktie vor. Damit bleiben wir bei unserer Dividendenpolitik, zwischen 30 und 40 Prozent des bereinigten Ergebnisses je Aktie auszuschütten.

Auch bei den nicht-finanziellen Konzernzielen haben wir deutliche Fortschritte erzielt. Wir hatten 2019 unsere ambitionierten Nachhaltigkeitsziele für das Jahr 2030 vorgestellt – genauso wie unseren Entschluss, ein klimaneutrales Unternehmen zu werden.

Für das Geschäftsjahr 2020 berichten wir nun erstmals auch über den Fortschritt bei der Erreichung dieser Ziele. Unsere Klimaschutzziele wurden von der Science Based Targets Initiative geprüft. Sie hat bestätigt, dass Bayer dazu beiträgt, die globale Erderwärmung auf 1,5° Celsius zu begrenzen und das Pariser Klimaabkommen zu erfüllen.

Mit unseren sozialen Nachhaltigkeitszielen wollen wir in Ländern mit kleinen und mittleren Einkommen mehr Kleinbauern unterstützen und mehr Frauen Zugang zu moderner Empfängnisverhütung verschaffen. Dazu wollen wir in unterversorgten Gebieten weltweit die Zahl der Menschen erhöhen, die wir mit unseren Self-Care-Produkten erreichen. Bei all diesen Zielen haben wir 2020 Fortschritte gemacht und einen klaren Fahrplan bis ins Jahr 2030 entwickelt, um unsere Nachhaltigkeitsziele zu erreichen.

Ein weiteres sehr wichtiges Ziel bleibt die Beilegung der Rechtsstreitigkeiten zu Glyphosat in den USA. Dabei haben wir nun Anfang Februar einen wichtigen Schritt erreicht. Wir haben uns mit den Klägeranwälten auf einen überarbeiteten Vorschlag geeinigt, wie wir mögliche künftige Klagen managen und beilegen wollen. Beide Seiten sind dabei sehr gewissenhaft auf die Fragen eingegangen, die das Gericht im vergangenen Sommer zur ersten Einigung aufgeworfen hatte. Jetzt muss das Gericht die neue Einigung prüfen.

Mit den Vergleichen zu den aktuellen Klagen machen wir weiter Fortschritte. Der Großteil ist inzwischen abgeschlossen. Konkret gibt es inzwischen rund 90.000 aktuelle Klagen, die entweder verglichen wurden oder nicht den Kriterien entsprachen, die zur Teilnahme an dem Vergleich berechtigen.

Damit kommen wir nun zu den Zahlen der Divisionen und dem finanziellen Ausblick für 2021. Beides wird Ihnen Wolfgang Nickl vorstellen.


Wolfgang Nickl:

Vielen Dank, Werner. Sehr geehrte Damen und Herren, auch ich heiße Sie herzlich willkommen.

Ich möchte Ihnen einen Überblick über die Geschäftsentwicklung unserer Divisionen im Gesamtjahr 2020 geben und beginne mit unserem Agrargeschäft.


(2021-1500-4)

Die Division Crop Science erzielte im vergangenen Jahr einen Umsatz von 18,8 Milliarden Euro. Währungs- und portfoliobereinigt entspricht das einem Plus von 1,3 Prozent.

Zu dem Wachstum trugen unsere Geschäfte in den Regionen Lateinamerika und Asien/Pazifik bei, während wir in Nordamerika Rückgänge verzeichnen mussten. Dort wirkten sich Nachfrageverschiebungen und vor allem der temporäre Verlust der Zulassung für unserer Herbizid XtendiMax™ negativ aus. Umso wichtiger ist es, dass wir im Oktober dann eine fünfjährige Zulassung für XtendiMax™ erhalten haben.

Negativ wirkte auch die pandemiebedingt schwächere Nachfrage. Vor allem in Nordamerika führte ein geringerer Bedarf an Biokraftstoffen zu einem Rückgang der Agrarrohstoffpreise im ersten Halbjahr. Das hatte unter anderem negative Auswirkungen auf unser Geschäft mit Maissaatgut und Pflanzeneigenschaften.

Bei den Fungiziden erhöhten wir die Umsätze in allen Regionen. In Lateinamerika steigerten wir den Umsatz des im Vorjahr neu eingeführten Fox Xpro™-Produktes. Starkes Wachstum konnten wir auch in unserer Geschäftseinheit Environmental Science erzielen.

Das EBITDA vor Sondereinflüssen von Crop Science ging im Geschäftsjahr 2020 um 3,8 Prozent auf 4,5 Milliarden Euro zurück. Dabei belasteten uns negative Währungseffekte in Höhe von 537 Millionen Euro. Positiv wirkten sich die weitere Realisierung von Kostensynergien aus, genauso wie zum Beispiel die geringeren Reisekosten im Zusammenhang mit der Pandemie.


(2021-1500-5)

Damit kommen wir zu unserem Pharmageschäft.

Hier lag der Umsatz 2020 bei 17,2 Milliarden Euro. Währungs- und portfoliobereinigt entspricht das einem Rückgang um 1,5 Prozent. Ausschlaggebend dafür waren die weltweiten Beeinträchtigungen durch COVID-19, die vor allem in der ersten Jahreshälfte die Zahl der medizinischen Behandlungen reduzierten. In unseren Geschäftsfeldern betraf das insbesondere die Augenheilkunde und die Frauengesundheit. Gleichzeitig führten auch die erhöhten Hygienemaßnahmen zu Verzögerungen bei den Behandlungen, etwa im Bereich der Radiologie.

Ein Beispiel für die Auswirkungen der geschlossenen Praxen und eingeschränkten Behandlungen im vergangenen Jahr ist unser Augenmedikament Eylea™, dessen Umsatz 2020 lediglich auf dem Niveau des Vorjahres blieb. Darüber hinaus wirkte sich die Umsetzung neuer Tenderverfahren in China negativ auf die Umsätze unserer Produkte Glucobay™ und Avelox™ aus.

Positiv hervorzuheben ist einmal mehr unser Gerinnungshemmer Xarelto™, der sich auch im vergangenen Jahr mit einem Umsatzplus von 12 Prozent positiv entwickelte. Neben stark gestiegenen Absatzmengen in China ist dies auch auf erhebliches Wachstum in Europa zurückzuführen.

Ein deutliches Wachstum verzeichneten wir mit unserem Produkt Aspirin™ Cardio. Das lag auch an der starken Nachfrage in Mexiko, wo das Medikament unter anderem bei der Behandlung von Patienten mit COVID-19 zum Einsatz kam.

Das EBITDA vor Sondereinflüssen im Pharmageschäft stieg 2020 um 2,6 Prozent auf 6,0 Milliarden Euro. Dieser Ergebniszuwachs trotz des leichten Umsatzrückgangs konnte durch konsequentes Kostenmanagement erreicht werden.

Kommen wir nun zu unserem Geschäft mit rezeptfreien Gesundheitsprodukten.


(2021-1500-6)

Der Umsatz von Consumer Health lag 2020 bei 5,1 Milliarden Euro. Währungs- und portfoliobereinigt entspricht das einem deutlichen Anstieg um 5,2 Prozent. Damit lag Consumer Health beim Wachstum mit an der Spitze der Branche – und das in einem ganz besonderen Jahr für unsere tägliche Gesundheit.

Alle Regionen trugen zu diesem Wachstum bei. Darin zeigt sich auch, dass im Zuge der Pandemie die Prävention und allgemein das Kümmern um die eigene Gesundheit und die Gesundheit von Familie und Freunden weltweit an Bedeutung gewonnen hat.

Wir sehen das besonders in der Kategorie Nahrungsergänzung, die 2020 weltweit besonders gefragt war. Insgesamt lag der Umsatzanstieg bei Nahrungsergänzungsmitteln währungs- und portfoliobereinigt bei knapp 23 Prozent. Auch in Nordamerika wuchs der Umsatz in der Kategorie Nahrungsergänzung zweistellig, etwa durch die anhaltend starke Nachfrage nach unserem Vitaminpräparat One A Day™.

Zudem erzielten wir erfreuliche Zuwächse in der Kategorie Schmerz und Kardio. Und auch in der Kategorie Dermatologie konnten wir unsere Umsätze ausweiten.

Ein gegenteiliger Pandemie-Effekt zeigte sich bei unseren Medikamenten gegen Erkältung. Hier führten die weltweit erhöhten Schutz- und Hygienemaßnahmen zu weniger Erkrankungen und in der Folge zu niedrigeren Umsätzen bei Erkältungsprodukten.

Das EBITDA vor Sondereinflüssen bei Consumer Health lag 2020 bei 1,1 Milliarden Euro. Das ist ein Rückgang um 2,5 Prozent. Gleichzeitig verbesserte sich die bereinigte EBITDA-Marge auf 22 Prozent. Positiv trugen das deutliche Umsatzplus sowie Beiträge des seit 2018 laufenden Effizienzprogramms bei. Negativ wirkten Währungseffekte sowie die fehlenden Ergebnisbeiträge der 2019 verkauften Geschäfte.

Meine Damen und Herren,
das war der Überblick zum Geschäftsverlauf des vergangenen Jahres. Ich möchte nun noch kurz auf den Einfluss der Währungen eingehen, den wir jetzt schon mehrfach erwähnt haben.


(2021-1500-7)

Bayer musste im vergangenen Geschäftsjahr mit massiven negativen Währungseffekten umgehen. Und natürlich liegt es an der weltweiten Aufstellung unseres Unternehmens, dass diese Effekte so stark ins Gewicht fallen. Wie Sie auf der Folie sehen, erzielen wir
mehr als 80 Prozent unserer Nettoumsätze außerhalb der Eurozone und entsprechend in einer anderen Währung.

Sie können in der Darstellung ebenfalls sehen, wie groß die Bedeutung einzelner Märkte für die wirtschaftliche Entwicklung von Bayer ist, zum Beispiel die Bedeutung des Agrargeschäfts in Lateinamerika. Entsprechend groß sind natürlich auch die Auswirkungen, etwa von Währungsentwicklungen beim brasilianischen Real.

Auf Basis der Spot-Wechselkurse zum Ende des vergangenen Jahres können wir auch für 2021 bereits negative Währungseffekte absehen. Dies haben wir bei unserem Ausblick für das laufende Geschäftsjahr berücksichtigt. Gleichzeitig haben wir die Prognose zur besseren Vergleichbarkeit währungsbereinigt dargestellt.


(2021-1500-8)

Wir erwarten in diesem Jahr einen Umsatz von 42 bis 43 Milliarden Euro. Bereinigt um Währungs- und Portfolioeffekte entspricht dies einem Zuwachs von rund 3 Prozent. Auf Basis der Wechselkurse von Ende 2020 gehen wir von einem negativen Währungseffekt auf den Umsatz von etwa 2 Milliarden Euro aus, was vor allem durch den US-Dollar im ersten Halbjahr getrieben sein wird.

Die bereinigte EBITDA-Marge erwarten wir bei etwa 27 Prozent. Auf Basis der genannten Umsätze entspricht dies einem währungsbereinigten EBITDA vor Sondereinflüssen von 11,2 bis 11,5 Milliarden Euro.

Beim bereinigten Ergebnis je Aktie erwarten wir für dieses Jahr einen Wert zwischen 6,10 Euro und 6,30 Euro. Wie bereits im vergangenen September angekündigt liegt das leicht unter dem Niveau von 2020. Diese Annahme für das Ergebnis je Aktie beruht auf konstanten Währungen. Darüber hinaus rechnen wir mit einem negativen Währungseinfluss von 50 Cents, wenn wir die Wechselkurse vom 31.12.2020 annehmen.

Den freien Cashflow erwarten wir 2021 bei minus 3 bis minus 4 Milliarden Euro. Das ist vor allem durch Auszahlungen für Rechtsfälle getrieben, die wir bei rund 8 Milliarden Euro erwarten. Dadurch wird sich auch unsere Nettofinanzverschuldung auf einen Betrag zwischen 36 und 37 Milliarden Euro erhöhen.

Wenn wir eine etwas breitere Perspektive auf 2021 einnehmen, dann steht natürlich die Bekämpfung von COVID-19 weiterhin an erster Stelle. Die Pandemie ist noch lange nicht vorbei. Sie wird die Menschen und auch die Märkte weltweit weiter beeinflussen. Vor diesem Hintergrund hoffen wir sehr, dass wir durch unsere Kooperation mit CureVac und eine hoffentlich folgende Zulassung für das von CureVac entwickelte Vakzin schon in diesem Jahr an der Impfstoffproduktion mitwirken können.

Verhalten optimistisch sind wir mit Blick auf den weltweiten Agrarmarkt. Die Preise für Mais, Soja und andere Pflanzen haben sich seit September des vergangenen Jahres deutlich verbessert. China erholt sich von der afrikanischen Schweinepest. Wir hoffen, dass diese Dynamik 2021 anhält, denn sie könnte unsere aktuellen Schätzungen für das Marktwachstum bei Crop Science in diesem Jahr positiv beeinflussen.

Und damit gebe ich zurück an Werner Baumann.


Werner Baumann:

Vielen Dank, Wolfgang! Meine Damen und Herren,
unsere finanziellen Aussichten für 2021 haben Sie gehört. Bevor wir zu Ihren Fragen kommen, möchte ich noch einige darüber hinaus gehende Prioritäten ansprechen.


(2021-1500-9)

An erster Stelle steht für uns natürlich weiterhin der Kampf gegen die Pandemie und damit verbunden auch die Sicherheit unserer Belegschaft.

Wohl selten zuvor hat buchstäblich die gesamte Welt so gebannt auf die Ergebnisse von Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftlern geschaut und gebaut wie im vergangenen Jahr im Kampf gegen das Corona-Virus.

In weniger als einem Jahr haben gleich mehrere Impfstoffe gegen COVID-19 eine regulatorische Zulassung erhalten. Wir werden im Rahmen unserer Kooperation mit CureVac sowie mit der Aufnahme der Produktion des Impfstoffes alle Hebel in Bewegung setzen, um die Impfung von Millionen von Menschen zu ermöglichen.

Gleichzeitig liegt unser Augenmerk natürlich darauf, unsere Kunden verlässlich mit zum Teil lebenswichtigen Produkten zu versorgen. Gerade das vergangene Jahr hat gezeigt, wie systemrelevant unsere Geschäfte für Gesundheit und Ernährung sind. Das wird auch im Jahr zwei der Pandemie so bleiben.

Drittens werden wir die Transformation des Unternehmens konsequent fortsetzen. Damit adressieren wir einen Paradigmenwechsel in unseren Industrien, den man vielleicht am besten mit den Worten eines Mannes beschreibt, der als Visionär bekannt geworden ist.

Der ehemalige Apple-Chef Steve Jobs wurde vor zehn Jahren nach den größten Disruptionen gefragt, die aus seiner Sicht bevorstehen. Seine Antwort lautete: „Die größten Innovationen des 21. Jahrhunderts werden an der Schnittstelle von Biologie und Technologie stattfinden. Es beginnt eine neue Ära.“

Bayer ist mitten in der Transformation für diese neue Ära, und die besondere Chance liegt darin, dass grundlegende Technologien wie die Genom-Editierung oder die Mikrobiom-Forschung Innovationen in allen unseren Geschäftsfeldern vorantreiben werden.

Diese Bio-Revolution besitzt das große Potenzial, zur Lösung einiger der drängendsten Menschheitsfragen einen wichtigen Beitrag zu leisten: Wie sichern wir in Zeiten des Klimawandels die Nahrungsversorgung von immer mehr Menschen? Wie sichern wir die Lebensqualität von immer mehr älteren Menschen? In der Beantwortung dieser Fragen liegt die herausragende, langfristige Wachstumsperspektive von Bayer. Daran werden wir auch in diesem Jahr mit voller Kraft weiterarbeiten.

Zu der Transformation gehört, dass wir wie angekündigt den Verkauf von nicht-strategischen Geschäften oder Marken unterhalb der Divisionsebene prüfen. So beabsichtigen wir etwa den Bereich Environmental Science für professionelle Kunden zu veräußern, um unsere Division Crop Science vollständig auf das Kerngeschäft Landwirtschaft zu konzentrieren. Die Meldung dazu ist gestern veröffentlicht worden.

Zur Transformation unseres Unternehmens gehört ebenfalls, dass wir unsere internen Prozesse weiter vorantreiben, um uns für die Zukunft bestmöglich aufzustellen. Dazu zählen für mich die ambitionierten Ziele für Inklusion und Vielfalt, die wir zu Beginn dieser Woche kommuniziert haben. Wir setzen damit klare Vorgaben für die Personalentwicklung in den kommenden Jahren. Das ist eine wichtige Voraussetzung, um die besten Talente zu bekommen und zu halten.

Vielen Dank für Ihre Aufmerksamkeit! Und jetzt freuen wir uns auf Ihre Fragen!

Zukunftsgerichtete Aussagen
Diese Presse-Information kann bestimmte in die Zukunft gerichtete Aussagen enthalten, die auf den gegenwärtigen Annahmen und Prognosen der Unternehmensleitung von Bayer beruhen. Verschiedene bekannte wie auch unbekannte Risiken, Ungewissheiten und andere Faktoren können dazu führen, dass die tatsächlichen Ergebnisse, die Finanzlage, die Entwicklung oder die Performance der Gesellschaft wesentlich von den hier gegebenen Einschätzungen abweichen. Diese Faktoren schließen diejenigen ein, die Bayer in veröffentlichten Berichten beschrieben hat. Diese Berichte stehen auf der Bayer-Webseite www.bayer.de zur Verfügung. Die Gesellschaft übernimmt keinerlei Verpflichtung, solche zukunftsgerichteten Aussagen fortzuschreiben und an zukünftige Ereignisse oder Entwicklungen anzupassen.

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