Mittwoch - 27. Februar 2019
Bilanz-Pressekonferenz

Aus den Ausführungen von Wolfgang Nickl

Mitglied des Vorstands der Bayer AG

(Es gilt das gesprochene Wort)


Sehr geehrte Damen und Herren,

auch ich heiße Sie natürlich herzlich willkommen bei uns. Ich werde nun auf die Geschäftsentwicklung im 4. Quartal eingehen und außerdem weitere Details zum Gesamtjahr 2018 erläutern.


(2019-1502-1)

Der Konzernumsatz betrug im 4. Quartal des vergangenen Jahres 11,1 Milliarden Euro, davon entfielen 2,6 Milliarden Euro auf das neu akquirierte Geschäft. Dies entspricht einem Anstieg von 5,8 Prozent gegenüber dem Vorjahresquartal. Bitte beachten Sie, dass auch ich beim Umsatz immer von währungs- und portfoliobereinigten Veränderungen spreche. Sie beziehen sich jeweils auf das Vorjahresquartal. Das Geschäft hat sich damit im 4. Quartal insgesamt positiv entwickelt, insbesondere vor dem Hintergrund eines weiterhin schwierigen Marktumfeldes.

Das gilt auch für das EBITDA vor Sondereinflüssen des Bayer-Konzerns, das im 4. Quartal des vergangenen Jahres 2,1 Milliarden Euro betrug. Dies entspricht einem Anstieg um 15,8 Prozent. Das neu akquirierte Geschäft trug mit 330 Millionen Euro erheblich zum Ergebnis bei. Das EBIT ging dagegen von 625 Millionen Euro im Vorjahresquartal auf minus 4,1 Milliarden Euro zurück. Darin sind Sonderaufwendungen in Höhe 5,3 Milliarden Euro enthalten. Diese resultierten vor allem aus Wertminderungen bei Consumer Health, aus Restrukturierungsaufwendungen und aus Sonderaufwendungen in Verbindung mit dem akquirierten Geschäft.

Negative Währungseffekte hatten – im Vergleich zu den ersten drei Quartalen des Jahres 2018 – keinen substanziellen Einfluss auf Umsatz und Ergebnis.

Das bereinigte Ergebnis pro Aktie verringerte sich um 21 Prozent auf 1,10 Euro, nach 1,39 Euro im Vorjahresquartal. Das ist den gestiegenen Zinsaufwendungen in Verbindung mit der Akquisition und einer höheren Aktienanzahl geschuldet.

Die Division Pharmaceuticals konnte Umsatz und Ergebnis im 4. Quartal steigern, getrieben durch die positive Entwicklung unserer Hauptwachstumsprodukte: Der Umsatz von Xarelto™, Eylea™, Xofigo™, Stivarga™ und Adempas™ erhöhte sich um 11 Prozent. Insgesamt stiegen die Umsätze im 4. Quartal im Vergleich zum Vorjahresquartal um etwa 3 Prozent auf 4,3 Milliarden Euro. Das EBITDA vor Sondereinflüssen stieg um 3 Prozent auf 1,3 Milliarden Euro.

Der Umsatz der Division Consumer Health ging dagegen im 4. Quartal leicht um etwa 2 Prozent auf 1,3 Milliarden Euro zurück. Das Ergebnis lag mit einem Anstieg um 11 Prozent auf 279 Millionen Euro allerdings deutlich über dem Vorjahresquartal. Hierzu trugen insbesondere Kosteneinsparungen in Vertrieb und Verwaltung bei.

Deutliche Steigerungen von Umsatz und Ergebnis konnte vor allem die Division Crop Science verzeichnen, im Wesentlichen durch einen starken Beitrag des akquirierten Geschäfts. Der Umsatz im 4. Quartal erhöhte sich um 15 Prozent auf 4,7 Milliarden Euro. Das EBITDA vor Sondereinflüssen stieg um 79 Prozent auf 543 Millionen Euro.

Das Animal-Health-Geschäft konnte den Umsatz um 3 Prozent auf 330 Millionen Euro steigern, wobei das Ergebnis von 47 Millionen Euro unter dem Vorjahresquartal lag – ein Rückgang um 4 Prozent.


(2019-1502-2)

Lassen Sie mich nun zur Nettofinanzverschuldung kommen. Die Nettofinanzverschuldung erhöhte sich zum 31. Dezember auf 35,7 Milliarden Euro. Nach dem Anstieg aufgrund der Akquisition von Monsanto konnten wir die Verschuldung erfreulicherweise bereits stärker reduzieren als erwartet. Anfang August waren wir von einer Nettofinanzverschuldung von 39 Milliarden Euro zum Jahresende ausgegangen und liegen damit 3 Milliarden Euro unter der Erwartung. Ein Grund hierfür war insbesondere der Barmittelbestand des akquirierten Unternehmens, der höher ausfiel als erwartet, beziehungsweise die Barmittelzuflüsse in den Folgequartalen.

Für 2019 erwarten wir, dass die Nettofinanzverschuldung auf einem Level von etwa 36 Milliarden Euro verbleibt. Dies begründet sich insbesondere aus der Umsetzung einer Rechnungslegungsvorschrift, IFRS 16, die unsere Nettofinanzverschuldung um etwa 1,1 Milliarden Euro erhöhen wird. Klammert man diesen Effekt aus, würde die Nettofinanzverschuldung um diesen Betrag sinken.


(2019-1502-3)

Schauen wir nun auf unsere Cashflow-Entwicklung im Jahr 2018. Lassen Sie mich darauf hinweisen, dass der Freie Cashflow aus dem Freien Operativen Cashflow des fortzuführenden Geschäfts zuzüglich der erhaltenen Zinsen und Dividenden abzüglich der gezahlten Zinsen besteht. Ich möchte an dieser Stelle betonen, dass der Cashflow zukünftig eine zentrale Steuerungsgröße werden wird, vor allem was Umlaufvermögen und Investitionen in Sachanlagen betrifft.

Im Jahr 2018 beliefen sich die Investitionen in Sachanlagen insgesamt auf ca. 2,6 Milliarden Euro. Zukünftig beabsichtigen wir die Investitionen in Sachanlagen als Prozent vom Umsatz deutlich zu reduzieren. Der derzeitige Investitionslevel von etwa 7 Prozent im Verhältnis zum Umsatz soll bis zum Jahre 2022 auf 5-6 Prozent gesenkt werden.

Im Jahr 2018 konnten wir eine starke Entwicklung des Freien Cashflows verzeichnen, insbesondere durch positive Beiträge des akquirierten Geschäfts. Der Cashflow aus operativer Geschäftstätigkeit erhöhte sich von 6,6 Milliarden Euro im Jahr 2017 auf 7,9 Milliarden Euro im Jahr 2018. Zuzüglich der erhaltenen Zinsen und Dividenden und abzüglich der gezahlten Zinsen ergibt sich für 2018 ein Freier Cashflow von 4,7 Milliarden Euro, was einer Steigerung von 17 Prozent entspricht.


(2019-1502-4)

Die Bilanzsumme zum 31. Dezember 2018 erhöhte sich gegenüber dem 31. Dezember 2017 um 51,2 Milliarden auf 126,3 Milliarden Euro, im Wesentlichen durch die Übernahme von Monsanto. Die langfristigen Vermögenswerte stiegen insgesamt um 50,3 Milliarden Euro auf 95,3 Milliarden Euro, wobei sich der Geschäfts- und Firmenwert zum Bilanzstichtag auf etwa 38,1 Milliarden Euro belief. Der Geschäfts-, und Firmenwert entspricht damit 30 Prozent der Bilanzsumme, im Vorjahr waren es 20 Prozent. Das Eigenkapital stieg gegenüber dem Vorjahr um 9,2 Milliarden Euro auf 46,1 Milliarden Euro. Lang-, und kurzfristige finanzielle Verbindlichkeiten stiegen um 27 Milliarden Euro auf 41,4 Milliarden Euro. Dies entspricht 33 Prozent der Bilanzsumme im Vergleich zu 19 Prozent im Vorjahr. Die Eigenkapitalquote verringerte sich damit zum 31. Dezember 2018 zwar auf 37 Prozent von 49 Prozent zum 31. Dezember 2017, ist aber dennoch als solide zu betrachten.

Ich möchte an dieser Stelle noch einmal unterstreichen, dass die zügige Entschuldung unserer Bilanz für uns weiterhin einen hohen Stellenwert hat.

Lassen Sie mich abschließend ein Highlight des zurückliegenden Jahres aus Finanzperspektive hervorheben: die erfolgreiche Finanzierung der Monsanto-Akquisition mit einem Gesamtvolumen von 63 Milliarden Dollar. Ich möchte nur einige Aspekte nennen, die deutlich machen, dass dies – auch in finanzieller Hinsicht – alles andere als eine alltägliche Transaktion war.

- So musste beispielsweise die Bezugsrechtskapitalerhöhung über umgerechnet rund 7 Milliarden US-Dollar – auf Grund des Verzugs von behördlichen Freigaben – mehrmals verschoben werden.

- Auch die Platzierungen unserer Anleihen über rund 21 Milliarden US-Dollar Gegenwert waren außergewöhnliche Transaktionen. So ist die US-Dollar-Anleihe über
15 Milliarden US-Dollar die größte Anleihe eines deutschen Emittenten überhaupt; die Euro-Anleihe die drittgrößte eines europäischen Emittenten.

- Hervorzuheben ist auch die positive Resonanz der Investoren. Beide Emissionen in US-Dollar und Euro mit Laufzeiten von drei bis 30 Jahren waren mehrfach überzeichnet.


(2019-1502-5)

Lassen Sie uns nun nach vorne blicken und auf unsere Prognosen für unsere wichtigsten Finanzkennzahlen eingehen. Zur besseren Vergleichbarkeit haben wir die Prognosen
währungsbereinigt dargestellt. Auf dieser Basis bestätigen wir die Ziele für 2019, die wir beim Kapitalmarkttag am 5. Dezember kommuniziert hatten.

So erwarten wir – basierend auf den durchschnittlichen Wechselkursen von 2018 – in diesem Jahr einen Umsatz von etwa 46 Milliarden Euro. Bereinigt um Portfolioveränderungen und Währungseinflüsse entspricht dies einem Zuwachs von etwa 4 Prozent.

Beim EBITDA vor Sondereinflüssen rechnen wir 2019 mit einem Wert von etwa 12,2 Milliarden Euro. Die bereinigte EBITDA-Marge soll circa 27 Prozent betragen. Im Jahr 2018 betrug die bereinigte EBITDA-Marge lediglich 24 Prozent.

Beim bereinigten Ergebnis je Aktie erwarten wir für 2019 einen Wert von etwa 6,80 Euro. Diese Annahme beruht auf konstanten Währungen und reflektiert unser gesamtes gegenwärtiges Geschäft inklusive Currenta, Animal Health, Coppertone™ und Dr. Scholl’s™.

Zu den Zielen unserer Divisionen: Bei Pharmaceuticals erwarten wir eine Steigerung des Umsatzes um etwa 4 Prozent. Die bereinigte EBITDA-Marge soll auf circa 34 Prozent gesteigert werden.

Für Consumer Health rechnen wir im laufenden Jahr mit einem Umsatzanstieg von etwa einem Prozent und einer bereinigten EBITDA-Marge von circa 21 Prozent.

Bei Crop Science rechnen wir für 2019 mit einem Umsatzanstieg von etwa 4 Prozent und einer bereinigten EBITDA-Marge von circa 25 Prozent.

Und bei Animal Health planen wir ebenfalls eine Steigerung des Umsatzes um etwa 4 Prozent und eine bereinigte EBITDA-Marge von circa 24 Prozent.

Wie beim Capital Markets Day angekündigt, wollen wir den damit eingeschlagenen Wachstumspfad auch über 2019 hinaus fortsetzen. So soll der Konzernumsatz bis zum Jahr 2022 im Durchschnitt um 4 bis 5 Prozent pro Jahr steigen – auf dann rund 52 Milliarden Euro. Beim bereinigten EBITDA planen wir bis 2022 ein jährliches Plus von durchschnittlich circa 9 Prozent auf dann rund 16 Milliarden Euro. Und das bereinigte Ergebnis je Aktie soll im Schnitt um etwa 10 Prozent jährlich auf rund 10 Euro im Jahr 2022 zulegen.

Bitte beachten Sie: Auch bei diesen Prognosen sind die Pläne zur Trennung von Animal Health, zum Verkauf der Consumer-Health-Marken Coppertone™ und Dr. Scholl’s™ sowie zur Veräußerung unseres Anteils an der Currenta nicht berücksichtigt. Des Weiteren wurden auch hier konstante Währungen angenommen.

Zukunftsgerichtete Aussagen
Diese Presseinformation kann bestimmte in die Zukunft gerichtete Aussagen enthalten, die auf den gegenwärtigen Annahmen und Prognosen der Unternehmensleitung von Bayer beruhen. Verschiedene bekannte wie auch unbekannte Risiken, Ungewissheiten und andere Faktoren können dazu führen, dass die tatsächlichen Ergebnisse, die Finanzlage, die Entwicklung oder die Performance der Gesellschaft wesentlich von den hier gegebenen Einschätzungen abweichen. Diese Faktoren schließen diejenigen ein, die Bayer in veröffentlichten Berichten beschrieben hat. Diese Berichte stehen auf der Bayer-Webseite www.bayer.de zur Verfügung. Die Gesellschaft übernimmt keinerlei Verpflichtung, solche zukunftsgerichteten Aussagen fortzuschreiben und an zukünftige Ereignisse oder Entwicklungen anzupassen.

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