Dienstag - 13. November 2018
Telefon-Pressekonferenz zum 3. Quartal 2018

Aus den Ausführungen von Werner Baumann

Vorsitzender des Vorstands der Bayer AG

(Es gilt das gesprochene Wort)


Meine Damen und Herren,

auch ich begrüße Sie ganz herzlich zu unserer heutigen Telefonkonferenz zum dritten Quartal 2018. Unsere Presseinformation sowie unseren Quartalsbericht haben wir ja bereits heute früh veröffentlicht. Deswegen möchte ich mich auf die wichtigsten Zahlen und Themen beschränken – und dann, zusammen mit Wolfgang Nickl, vor allem Ihre Fragen beantworten.


(2018-1508-1)

Auch das dritte Quartal stand wesentlich im Zeichen unserer Akquisition im Agrarbereich. Zum ersten Mal ist das erworbene Geschäft für ein volles Quartal in unserem Zahlenwerk enthalten. Es trug 2,2 Milliarden Euro zum Umsatz und 255 Millionen Euro zum bereinigten EBITDA bei.

Bereinigt um Portfolioeffekte und um den Einfluss der Wechselkurse konnten wir den Konzernumsatz im dritten Quartal steigern. Das um Sondereinflüsse bereinigte EBITDA lag auf dem Niveau des Vorjahrs. Wir können also im dritten Quartal auf eine gute Geschäftsentwicklung in einem schwierigen Umfeld zurückblicken.

Pharmaceuticals entwickelte sich erfreulich. Crop Science verzeichnete akquisitionsbedingt einen deutlichen Ergebnisanstieg. Und bei Consumer Health konnte der Umsatz währungs- und portfoliobereinigt gesteigert werden, während das Ergebnis durch Währungseffekte belastet war.

Unseren Konzernausblick auf das Gesamtjahr, den wir im zweiten Quartal angepasst hatten, bestätigen wir, wobei die Prognosen für Consumer Health und Animal Health inzwischen zunehmend ambitioniert sind.

Ein wichtiges Ereignis im dritten Quartal war zudem zweifellos das erstinstanzliche und unserer Meinung nach falsche Urteil einer Jury in Kalifornien im Fall Johnson zu Glyphosat. Auf den aktuellen Stand in dieser Sache werde ich noch zu sprechen kommen.
Lassen sie mich aber zunächst unsere Geschäftszahlen im Einzelnen erläutern. Bitte beachten Sie dabei, dass ich beim Umsatz von währungs- und portfoliobereinigten Veränderungen spreche.


(2018-1508-2)

Der Konzernumsatz lag im dritten Quartal 2018 bei 9,9 Milliarden Euro. Wie eingangs erwähnt, ist darin nun das akquirierte Geschäft für ein volles Quartal enthalten sowie – zeitanteilig – auch noch die an BASF veräußerten Geschäfte. Rechnet man diese Portfolioveränderungen und die Währungseinflüsse heraus, ergibt sich ein Anstieg um 1,9 Prozent.

Das um Sondereinflüsse bereinigte EBITDA blieb mit 2,2 Milliarden Euro auf Vorjahresniveau. Erneut belasteten negative Währungseffekte das Ergebnis. Dieser Effekt betrug allein für das bisherige Bayer-Geschäft rund 160 Millionen Euro.

Das EBIT des Bayer-Konzerns stieg von 1,4 Milliarden Euro im Vorjahresquartal auf 4,4 Milliarden Euro. Darin enthalten ist vor allem ein Veräußerungsgewinn in Höhe von etwa 3,9 Milliarden Euro vor Steuern aus den Verkäufen an BASF.

Das bereinigte Ergebnis je Aktie aus fortzuführendem Geschäft lag mit 1,19 Euro wie erwartet unter dem Niveau des Vorjahrs. Dies lag an den aufgrund der Akquisition gestiegenen Finanzierungskosten, denen saisonal bedingt ein geringerer Ergebnisbeitrag des erworbenen Geschäfts gegenüberstand. Hinzu kommt, dass sich die Zahl der Bayer-Aktien durch die Eigenkapitalmaßnahmen im ersten Halbjahr deutlich erhöht hat.

Die Nettofinanzverschuldung von Bayer lag zum 30. September mit 36,5 Milliarden Euro gut 8 Milliarden Euro niedriger als zum Ende des zweiten Quartals – ein Rückgang um mehr als 18 Prozent. Dies lag vor allem an den Einnahmen aus dem Verkauf von Crop-Science-Geschäften an BASF.


(2018-1508-3)

Ich komme nun zur Geschäftsentwicklung der einzelnen Divisionen. Beginnen wir mit Pharmaceuticals.

In unserem Pharma-Geschäft stieg der Umsatz im dritten Quartal erfreulich um 4,8 Prozent auf 4,2 Milliarden Euro. Dabei legten unsere Hauptwachstumsprodukte insgesamt weiterhin deutlich zu. Sie erzielten einen Umsatz von 1,7 Milliarden Euro – ein Plus von fast 16 Prozent gegenüber dem Vorjahr.

Ein besonders starkes Wachstum – mit Zuwachsraten zwischen 18 und 22 Prozent – verzeichneten wir bei unserem Gerinnungshemmer Xarelto™, dem Augenmedikament Eylea™ und Adempas™ gegen Lungenhochdruck.

Das Krebsmedikament Stivarga™ erzielte einen leichten Umsatzzuwachs, hauptsächlich in China. Bei unserem Krebsmedikament Xofigo™ verzeichneten wir dagegen einen deutlichen Umsatzrückgang um 13 Prozent. Dies lag vor allem an einem geringeren Absatz in den USA und in Japan.

Das EBITDA vor Sondereinflüssen von Pharmaceuticals konnten wir im dritten Quartal um 4,1 Prozent auf 1,6 Milliarden Euro steigern. Rechnet man die negativen Währungseinflüsse heraus, ergibt sich sogar ein Plus von 9 Prozent.

Der Ergebniszuwachs ist hauptsächlich auf die insgesamt sehr gute Geschäftsentwicklung zurückzuführen sowie auf den Ertrag aus der Entwicklungskooperation zu Xarelto™ mit Janssen Research and Development in Höhe von etwa 190 Millionen Euro, nachdem in den USA die Zulassung für eine neue und sehr vielversprechende Indikation erreicht worden ist.

Belastet wurde das Ergebnis im dritten Quartal vor allem durch vorübergehende Lieferengpässe bei einigen Produkten und höhere Herstellungskosten.


(2018-1508-4)

Kommen wir nun zu unserer Division Consumer Health. Bei unseren rezeptfreien Gesundheitsprodukten lag der Umsatz im dritten Quartal bei 1,3 Milliarden Euro. Dies entspricht einem Plus von 3 Prozent. Alle Regionen trugen zum Wachstum bei, vor allem aber Asien / Pazifik mit einem Zuwachs von mehr als 9 Prozent.

Einen Rückgang verzeichnete unser umsatzstärkstes Produkt, das Antihistaminikum Claritin™, hauptsächlich durch eine weiterhin schwache Saison für dieses Marktsegment in den USA.

Auch bei unserem Schmerzmittel Aspirin™ lag der Umsatz unter dem Niveau des Vorjahresquartals. Hauptgrund dafür waren erwartete, vorübergehende Lieferausfälle.

Positiv entwickelte sich dagegen das Geschäft mit unseren Wundheilungs- und Hautpflegemitteln der Marken Bepanthen™ / Bepanthol™ – insbesondere in Europa.

Das Pränatalvitamin Elevit™ konnte sogar zweistellig zulegen, vor allem durch die anhaltend starke Nachfrage in Asien / Pazifik.

Das EBITDA vor Sondereinflüssen von Consumer Health ging im dritten Quartal um 9,5 Prozent auf rund 250 Millionen Euro zurück. Hier wirkte sich aus, dass das Ergebnis im Vorjahr durch Einmalerträge aus dem Verkauf kleinerer Marken höher ausgefallen war. Hinzu kamen negative Währungseffekte. Positiv schlugen dagegen höhere Absatzmengen und niedrigere Vertriebs- und Verwaltungskosten zu Buche.


(2018-1508-5)

Unsere Division Crop Science erzielte im dritten Quartal einen Umsatz von 3,7 Milliarden Euro. Währungs- und portfoliobereinigt ergibt sich ein Umsatzrückgang um 9,5 Prozent.

Neben den bilanziellen Maßnahmen im Vorjahr, die im dritten Quartal 2017 im Zusammenhang mit der Bereinigung in Brasilien zu einem positiven Umsatzeffekt geführt hatten, trug die Geschäftsentwicklung in Europa zu dem Rückgang bei.

Hier kam es aufgrund des außergewöhnlich trockenen Wetters zu geringeren Umsätzen. Das neu akquirierte Geschäft führte dagegen zu einem nominalen Umsatzanstieg von über 80 Prozent.

Von unseren Geschäftsfeldern bei Crop Science entwickelten sich vor allem das Geschäft mit Gemüsesaatgut sowie der Bereich Environmental Science positiv.

Das EBITDA vor Sondereinflüssen von Crop Science erhöhte sich im dritten Quartal um rund 26 Prozent auf 386 Millionen Euro. Dies lag hauptsächlich am Ergebnisbeitrag des neu akquirierten Geschäfts.


(2018-1508-6)

Kommen wir nun zu unserer Geschäftseinheit Animal Health. Hier ging der Umsatz im dritten Quartal nach dem sehr starken Vorquartal wie erwartet zurück – um 13,5 Prozent auf rund 300 Millionen Euro.

Vor allem in Nordamerika war das Geschäft rückläufig, weil sich ein Teil der Nachfrage nach unseren Floh-, Zecken- und Entwurmungsmitteln der Advantage™-Produktfamilie ins erste Halbjahr verlagert hatte. Ein leichtes Plus konnte dagegen unser Floh- und Zeckenhalsband Seresto™ erzielen.

Das EBITDA vor Sondereinflüssen von Animal Health ging im dritten Quartal um 46 Prozent auf 44 Millionen Euro zurück – hauptsächlich aufgrund der geringeren Umsätze.


(2018-1508-7)

Meine Damen und Herren,

so viel zu unserem Geschäftsverlauf im dritten Quartal. Ich möchte Ihnen nun einen kurzen Überblick über unsere Innovationsaktivitäten geben. Was unsere späte Pharma-Pipeline angeht, gab es zuletzt erfreuliche Fortschritte.

Im August konnten wir den Zulassungsantrag für Larotrectinib bei der europäischen Arzneimittelbehörde EMA einreichen. Larotrectinib ist ein neuer Wirkstoff gegen Krebs, den wir gemeinsam mit dem US-amerikanischen Unternehmen Loxo Oncology entwickeln. Auch in den USA wird der Zulassungsantrag von der Zulassungsbehörde FDA geprüft. Wir erwarten bis Ende des Monats eine Entscheidung.

Einen großen Schritt nach vorn gab es auch bei Darolutamide, einem neuartigen Wirkstoff zur oralen Behandlung von Prostatakrebs. In einer Phase-III-Studie zeigte sich, dass die Zeit bis zum Auftreten von Metastasen deutlich verlängert werden konnte.

Natürlich entwickeln wir auch die Produkte weiter, die schon auf dem Markt sind. Zum Beispiel haben wir vor gut einem Monat in den USA die Zulassung für Xarelto™ in einer weiteren Indikation erhalten – die Behandlung der koronaren Herzkrankheit und der peripheren arteriellen Verschlusskrankheit, der so genannten Schaufensterkrankheit. Damit ist Xarelto™ der einzige orale Gerinnungshemmer, der für diese Indikation zugelassen ist – mit erheblichem therapeutischem Nutzen für Patienten und hohem Umsatzpotenzial.

Bei Crop Science stand nach der Akquisition die beginnende Integration unserer Forschungs- und Entwicklungsaktivitäten im Vordergrund. Gerade in der Forschung und in der Digitalen Landwirtschaft eröffnet die Kombination der beiden Unternehmen großartige Möglichkeiten.


(2018-1508-8)

Lassen Sie mich nun, wie eingangs angekündigt, noch kurz auf den aktuellen Stand der Klagen im Zusammenhang mit Glyphosat eingehen.

Glyphosat ist ein in der modernen Landwirtschaft unverzichtbarer Wirkstoff: sicher in der Anwendung, sehr effektiv und ressourcenschonend. Es leistet einen positiven Beitrag zur CO2-Bilanz und reduziert die Bodenerosion.

Bis zum 30. Oktober 2018 wurden uns in den USA Klagen von etwa 9.300 Klägern zugestellt. Mit weiteren Klagen ist zu rechnen. Wir sind unverändert davon überzeugt, gute Argumente zu haben, und wir beabsichtigen, uns in all diesen Verfahren entschieden zur Wehr zu setzen.

Bei dem Urteil im Fall Johnson handelt es sich um ein einziges erstinstanzliches Urteil, das keine bindende Wirkung für die anderen Verfahren hat. Wir halten dieses Urteil für falsch und werden dagegen Berufung beim California Court of Appeal einlegen.

Glyphosat ist bei sachgemäßer Anwendung sicher. Das bestätigen mehr als 800 wissenschaftliche Studien, die jahrzehntelange Praxiserfahrung mit Glyphosat und die Bewertungen von Zulassungsbehörden auf der ganzen Welt.

Zu diesem Ergebnis kommt auch die von der US-Regierung in Auftrag gegebene Agricultural Health Study. An dieser umfangreichen Studie haben über einen Zeitraum von mehr als 20 Jahren über 50.000 Beschäftigte in der Landwirtschaft teilgenommen.


(2018-1508-9)

Meine Damen und Herren,

lassen Sie mich zum Schluss auf unsere Finanzziele zu sprechen kommen. Wie eingangs schon erwähnt, bestätigen wir unseren angepassten Konzernausblick auf das Gesamtjahr.

Damit erwarten wir 2018 für den Bayer-Konzern weiterhin einen Umsatz von mehr als 39 Milliarden Euro. Bereinigt um Portfolioveränderungen und Währungseffekte entspricht das einem Anstieg im mittleren einstelligen Prozentbereich.

Beim EBITDA vor Sondereinflüssen rechnen wir mit einer Steigerung im unteren bis mittleren einstelligen Prozentbereich. Währungsbereinigt entspricht das einem Anstieg im oberen einstelligen Prozentbereich.

Für das bereinigte Ergebnis je Aktie prognostizieren wir 5,70 bis 5,90 Euro, was währungsbereinigt einem Rückgang im oberen einstelligen Prozentbereich entspricht.

Darüber hinaus streben wir für 2018 weiterhin eine Dividende je Aktie mindestens auf dem Niveau des Vorjahres an.

Dies zeigt, dass wir zuversichtlich in die Zukunft blicken und eine erfolgreiche Entwicklung des kombinierten Geschäfts erwarten. Und seien Sie versichert: Wir werden nicht nachlassen in unseren Bemühungen, unsere Innovationskraft weiter zu stärken und zugleich unsere Profitabilität im Blick zu behalten.

Weitere Details – insbesondere auch konkrete mittelfristige Ziele – werden wir auf unserem Capital Markets Day am 5. Dezember kommunizieren. Die Veranstaltung können Sie live im Internet verfolgen.

Und jetzt freue ich mich, Ihre Fragen zu beantworten.

Zukunftsgerichtete Aussagen
Diese Mitteilung kann zukunftsgerichtete Aussagen enthalten. Tatsächliche Ergebnisse können wesentlich von den in solchen zukunftsgerichteten Aussagen enthaltenen Einschätzungen oder Vorhersagen abweichen. Faktoren, die zu einem solchen Abweichen tatsächlicher Ergebnisse führen können, sind unter anderem: das Risiko, dass die Parteien die von der Transaktion erwarteten Synergien und Effizienzsteigerungen nicht innerhalb des erwarteten Zeitraums (oder überhaupt nicht) erzielen oder die Integration des Geschäftsbetriebs von Monsanto Company („Monsanto“) in die Bayer Aktiengesellschaft („Bayer“) nicht gelingt; dass die Integration von Monsanto schwieriger, zeitaufwendiger oder teurer verläuft als erwartet; dass die Umsätze nach dem Vollzug der Transaktion niedriger ausfallen als angenommen; dass Betriebskosten, der Verlust bestehender Kundenbeziehungen oder Störungen des gewöhnlichen Geschäftsablaufs infolge der Transaktion (einschließlich Schwierigkeiten in der Aufrechterhaltung bestehender Beziehungen mit Arbeitnehmern, Auftraggebern, Kunden oder Lieferanten) höher bzw. schwerwiegender ausfallen als erwartet; der mögliche Verlust wichtiger Schlüsselarbeitnehmer von Monsanto; die Erfüllbarkeit der Erwartungen der Parteien hinsichtlich der steuerlichen und bilanziellen Behandlung der Transaktion; die Folgen der Refinanzierung von Darlehen, die für die Transaktion in Anspruch genommen wurden; die Folgen der Fremdkapitalaufnahme durch Bayer im Zusammenhang mit der Transaktion sowie deren mögliche Auswirkungen auf das Rating von Bayer; die Auswirkungen des Zusammenschlusses von Bayer und Monsanto, einschließlich der zukünftigen Finanzlage, des operativen Ergebnisses, der Strategie sowie der Pläne des kombinierten Unternehmens; weitere Faktoren, die in dem von Monsanto bei der US-amerikanischen Securities and Exchange Commission („SEC“) eingereichten Jahresbericht (Form 10-K) für das am 31. August 2017 zu Ende gegangene Geschäftsjahr und anderen von Monsanto bei der SEC eingereichten Berichten (erhältlich unter www.sec.gov und auf Monsantos Webseite unter www.monsanto.com) beschrieben sind; sowie andere Faktoren, die in den von Bayer veröffentlichten Berichten (erhältlich auf der Bayer-Webseite www.bayer.de) beschrieben sind. Soweit rechtlich nicht anders vorgeschrieben, übernimmt Bayer keine Verpflichtung, die in dieser Mitteilung enthaltenen Informationen zu aktualisieren. Zukunftsgerichteten Aussagen, deren Wirkung lediglich auf das Datum dieser Mitteilung abstellt, sollte keine unangemessene Bedeutung beigemessen werden.

Download Center
0
Datei(en) gesammelt

Download Center öffnen