Donnerstag - 27. Februar 2020
Bilanz-Pressekonferenz

Aus den Ausführungen von Wolfgang Nickl

Mitglied des Vorstands der Bayer AG

(Es gilt das gesprochene Wort)


Sehr geehrte Damen und Herren,

auch ich heiße Sie herzlich willkommen.

Bevor ich auf die Geschäftsentwicklung der Divisionen im Gesamtjahr 2019 eingehe, möchte ich kurz über die Zahlen im 4. Quartal berichten. Danach komme ich noch auf einige andere Kennzahlen für das Jahr 2019 sowie auf unseren Ausblick für das laufende Geschäftsjahr.

Bitte beachten Sie, dass ich beim Umsatzwachstum immer von währungs- und portfoliobereinigten Veränderungen spreche.


(2020-1501-1)

Der Konzernumsatz im 4. Quartal betrug 10,8 Milliarden Euro. Dies entspricht einem Anstieg von 3,4 Prozent gegenüber dem Vorjahresquartal. Das Geschäft hat sich damit im 4. Quartal insgesamt positiv entwickelt.

Positiv entwickelte sich auch das EBITDA vor Sondereinflüssen, das im 4. Quartal 2,5 Milliarden Euro betrug. Dies entspricht einem Anstieg um 26,4 Prozent. Insbesondere unser Agrargeschäft und unser Pharmageschäft konnten signifikante Steigerungen ihres Ergebnisses verzeichnen.

Das bereinigte Ergebnis pro Aktie im 4. Quartal steigerten wir um 22,9 Prozent auf 1,29 Euro.

Damit komme ich nun zur Geschäftsentwicklung der Divisionen im Gesamtjahr. Beginnen möchte ich mit unserem Agrargeschäft.


(2020-1501-2)

Die Division Crop Science erzielte im vergangenen Jahr einen Umsatz von 19,8 Milliarden Euro. Dies entspricht einem Plus von 1,4 Prozent.

Das Umsatzwachstum bei Crop Science war insbesondere getrieben durch die positive Geschäftsentwicklung in Lateinamerika. Dort stieg der Umsatz um 9,4 Prozent auf 5,1 Milliarden Euro, was insbesondere auf Preis- und Mengenausweitungen bei Fungiziden in Brasilien zurückzuführen ist.

Trotz widriger Wetterbedingungen im Mittleren Westen der USA im ersten Halbjahr blieb das Geschäft in Nordamerika auf dem Niveau des Vorjahres. Hier entwickelte sich der Bereich Maissaatgut und Pflanzeneigenschaften positiv.

Rückläufig war das Geschäft dagegen in den Regionen Europa/Nahost/Afrika sowie Asien/Pazifik. Unter anderem trugen hier Trockenperioden – zum Beispiel in Australien – und das Afrikanische Schweinefieber zur negativen Umsatzentwicklung bei.

Das EBITDA vor Sondereinflüssen von Crop Science erhöhte sich 2019 um rund 81 Prozent auf 4,8 Milliarden Euro. Der Anstieg ist insbesondere auf den Ergebnisbeitrag des akquirierten Geschäfts und Kostensynergien aus der Integration zurückzuführen.

Gegenläufig wirkten sich der Wegfall des Ergebnisbeitrags der an die BASF veräußerten Geschäfte, höhere Herstellungskosten, ein negativer Währungseffekt von 24 Millionen Euro sowie die bereits erwähnten Wetterbedingungen aus.


(2020-1501-3)

Kommen wir nun zu Pharmaceuticals. Der Umsatz in unserem Pharma-Geschäft stieg 2019 um 5,6 Prozent auf 18,0 Milliarden Euro.

Die wesentlichen Treiber waren zum einen das weiterhin starke Wachstum in China, zum anderen der Umsatzanstieg bei unserem Gerinnungshemmer Xarelto™ und dem Augenmedikament Eylea™. Darüber hinaus trug die erfreuliche Entwicklung des Radiologie-Geschäfts positiv bei.

Bei Xarelto™ erzielten wir erneut ein kräftiges Wachstum und erreichten einen Umsatz von 4,1 Milliarden Euro. Das ist ein Anstieg von rund 13 Prozent gegenüber dem Vorjahr. Dies lag vor allem an höheren Absatzmengen in China, Russland und Europa.

Auch bei Eylea™ verzeichneten wir eine deutliche Umsatzsteigerung um ebenfalls circa 13 Prozent auf 2,5 Milliarden Euro. Vor allem in der Region Europa/Nahost/Afrika konnten wir das Geschäft ausbauen, insbesondere in Großbritannien und Deutschland. Auch Japan trug zum Umsatzplus bei.

Das EBITDA vor Sondereinflüssen von Pharmaceuticals stieg im Geschäftsjahr 2019 um 6,7 Prozent auf 6,0 Milliarden Euro. Die positive Ergebnisentwicklung ist insbesondere auf höhere Absatzmengen und einen Rückgang der Herstellungskosten zurückzuführen. Gestiegene Marketing- und Vertriebsaufwendungen für Produktneueinführungen und neue Indikationen sowie ein negativer Währungseffekt von 32 Millionen Euro wirkten hingegen ergebnismindernd.


(2020-1501-4)

Kommen wir damit zur Division Consumer Health. Der Umsatz mit unseren rezeptfreien Gesundheitsprodukten stieg im Berichtsjahr 2019 um 2,6 Prozent auf 5,5 Milliarden Euro.

In Nordamerika verzeichneten wir nach einem schwächeren ersten Halbjahr in der zweiten Jahreshälfte eine beginnende Erholung. Eine erfreuliche Geschäftsausweitung erzielten wir insbesondere in der Kategorie Allergie und Erkältung durch Mengenausweitungen bei unserem Antihistaminikum Claritin™. In den übrigen Regionen konnten wir unser Geschäft ausweiten. Hierzu trug auch eine insgesamt verbesserte Liefersituation bei.

Das EBITDA vor Sondereinflüssen von Consumer Health blieb 2019 mit 1,1 Milliarden Euro auf Vorjahresniveau. Einen positiven Beitrag zum Ergebnis lieferte vor allem das gestartete Effizienzprogramm, das zu einer Verringerung der Vertriebskosten führte.

Zusätzlich verzeichneten wir einen positiven Währungseffekt in Höhe von 16 Millionen Euro. Mindernd wirkte sich der fehlende Ergebnisbeitrag des verkauften Geschäfts mit rezeptpflichtigen Dermatologie-Produkten aus.


(2020-1501-5)

Damit möchte ich nun auf ein paar weitere finanzielle Kennzahlen des Bayer-Konzerns für das Gesamtjahr 2019 eingehen. Beginnen wir mit der Cashflow-Entwicklung.

Der Cashflow aus operativer Geschäftstätigkeit erhöhte sich von 7,9 Milliarden Euro 2018 auf 8,2 Milliarden Euro im Jahr 2019. Die Investitionen in Sachanlagen und immaterielle Vermögensgegenstände erhöhten sich im Jahresvergleich nur minimal. Die Netto-Zinsaufwendungen erhöhten sich dagegen signifikant.

Insgesamt ergibt sich für das vergangene Jahr ein Freier Cashflow von 4,2 Milliarden Euro. Das liegt deutlich über den ursprünglich in Aussicht gestellten 3 bis 4 Milliarden Euro.

Der Rückgang im Vergleich zum Vorjahr ist insbesondere dadurch begründet, dass der Freie Cashflow 2019 zwölf Monate akquisitionsbedingte Finanzierungskosten beinhaltet, während es im Jahr zuvor lediglich rund sechs Monate waren. Insofern sind wir hier mit der Entwicklung sehr zufrieden.


(2020-1501-6)

Das gilt auch für die Nettofinanzverschuldung, die zum Jahresende bei 34,1 Milliarden Euro lag. Das sind rund 1,6 Milliarden Euro weniger als zum 31. Dezember 2018.

Mittelzuflüssen aus dem operativen Geschäft und den Portfolio-Verkäufen standen hier Mittelabflüsse für Dividenden und negative Währungseffekte gegenüber sowie der Effekt aus dem neuen Rechnungslegungsstandard IFRS 16, den wir erstmals angewendet haben und der im Wesentlichen zu Leasing-Verbindlichkeiten in Höhe von etwa 900 Millionen Euro geführt hat.

Die zügige Entschuldung unserer Bilanz werden wir auch künftig mit unveränderter Priorität vorantreiben.

Allgemein blieb die Bilanzsumme auf dem Niveau des Vorjahres und belief sich am 31. Dezember 2019 auf 126,3 Milliarden Euro. Das Eigenkapital erhöhte sich gegenüber dem Vorjahr um 1,4 Milliarden Euro auf 47,5 Milliarden Euro. Der Effekt resultiert überwiegend aus dem gestiegenen Gesamtergebnis.

Die Eigenkapitalquote stieg zum 31. Dezember 2019 auf ca. 38 Prozent. Die Fremdkapitalquote reduzierte sich dementsprechend von ca. 64 auf ca. 62 Prozent. Wesentliche Effekte resultieren aus der Rückzahlung von Anleihen sowie aus dem Verkauf unseres Anteils an der Currenta und dem damit zusammenhängenden Abgang von Pensionsrückstellungen.


(2020-1501-7)

Lassen Sie mich nun zum Stand der Umsetzung unserer Effizienz- und Strukturmaßnahmen kommen.

Wie bereits kommuniziert, erwarten wir im Rahmen der Effizienz-, und Strukturmaßnahmen ab dem Jahr 2022 jährliche Brutto-Beiträge in Höhe von 2,6 Milliarden Euro. Die geplanten Synergien aus der Integration im Agrarbereich sind darin enthalten.

Im Jahr 2019 haben wir davon bereits 30 Prozent realisiert. Dabei kommen wir sowohl mit den Kostensynergien bei Crop Science als auch mit den weiteren Effizienz- und Strukturmaßnahmen schneller voran als geplant. Auf dieser Basis können wir heute erneut die für 2022 kommunizierten Einsparziele bestätigen.

Wir werden einen Teil der freiwerdenden Mittel zur weiteren Stärkung unserer Wachstums- und Innovationskraft einsetzen. So sind beispielsweise im Zeitraum 2019 bis 2022 Zukunftsinvestitionen von deutlich mehr als 30 Milliarden Euro vorgesehen – davon gehen mehr als zwei Drittel in die Forschung und Entwicklung.

Meine Damen und Herren,

kommen wir damit nun zu unseren Erwartungen für das laufende Geschäftsjahr und unseren Ausblick für 2020. Wir gehen davon aus, dass unser Unternehmen auch in diesem Jahr weiter profitabel wachsen wird.


(2020-1501-8)

Auf dieser Basis erwarten wir eine positive Entwicklung unserer wesentlichen Finanzkennzahlen. Zur besseren Vergleichbarkeit haben wir die Prognosen währungsbereinigt dargestellt.

So erwarten wir in diesem Jahr einen Umsatz von 44 bis 45 Milliarden Euro. Bereinigt um Portfolioveränderungen und Währungseinflüsse entspricht dies einem Zuwachs zwischen 3 und 4 Prozent.

Beim EBITDA vor Sondereinflüssen rechnen wir 2020 mit einem deutlichen Anstieg auf 12,3 bis 12,6 Milliarden Euro. Die bereinigte EBITDA-Marge soll damit auf circa 28 Prozent steigen.

Beim bereinigten Ergebnis je Aktie erwarten wir für dieses Jahr einen Wert zwischen 7 Euro und 7,20 Euro. Das würde einem Anstieg beim Ergebnis pro Aktie um bis zu 13 Prozent entsprechen. Bitte beachten Sie, dass diese Annahme auf konstanten Währungen beruht und unser aktuelles fortzuführendes Geschäft ohne Animal Health reflektiert.

Für den freien Cashflow erwarten wir – basierend auf einer starken operativen Performance – einen Anstieg auf etwa 5 Milliarden Euro. Dies entspricht einer Steigerung von etwa 19 Prozent!

Aus dieser Prognose wird deutlich, dass wir den eingeschlagenen Wachstumspfad auch über 2019 hinaus fortsetzen wollen. Genau das hatten wir beim Kapitalmarkttag vor etwas mehr als einem Jahr angekündigt.


(2020-1501-9)

Wenn wir in die Divisionen blicken, gehen wir in unserem Agrargeschäft von einem währungs- und portfoliobereinigten Wachstum von etwa 4 Prozent aus. Dabei erwarten wir weitere Synergien aus dem akquirierten Geschäft, Wachstum von neuen Produkten sowie eine Erholung in Nordamerika nach den ungünstigen Wetterbedingungen 2019.

Bei Pharmaceuticals rechnen wir mit einem bereinigten Umsatzanstieg von 3 bis 4 Prozent, weiterhin getrieben durch das Wachstum von Xarelto™ und Eylea™.

Bei Consumer Health gehen wir 2020 währungs- und portfoliobereinigt von einem Umsatzwachstum zwischen 2 und 3 Prozent aus. Dabei wird das Wachstum von allen Regionen getragen.

Lassen Sie mich nun zur EBITDA-Marge vor Sondereinflüssen in den Divisionen kommen. Aufgrund der Portfolioveränderungen und einer signifikanten Vereinfachung unserer internen Prozesse haben wir für 2020 die Werteflüsse im Konzern angepasst. Zur Vergleichbarkeit haben wir damit auch die erzielten Ergebnisse von 2019 auf die neue Methode angepasst

Wir erwarten 2020 eine teils erhebliche Verbesserung der EBITDA-Margen vor Sondereinflüssen und Währungseinflüssen in allen Divisionen.

Unser Ausblick enthält noch keine Abschätzung der Effekte, die sich durch den Ausbruch des Coronavirus ergeben können. In den vergangenen Wochen stand für uns zunächst die humanitäre Hilfe für die Menschen in China im Vordergrund – wir haben wichtige Medikamente gespendet, und unsere Kolleginnen und Kollegen vor Ort haben mitgeholfen, dass die Spenden zu Ärzten und Krankenhäusern gelangt sind.

Es ist ermutigend zu sehen, wie unsere Produkte den Kampf gegen das Coronavirus unterstützen. Eine Abschätzung potentieller Auswirkungen auf unser Geschäft werden wir nach Ablauf des ersten Quartals vornehmen können.

Damit danke ich Ihnen für die Aufmerksamkeit und gebe wieder zurück an Dich, Werner.

Zukunftsgerichtete Aussagen
Diese Presseinformation kann bestimmte in die Zukunft gerichtete Aussagen enthalten, die auf den gegenwärtigen Annahmen und Prognosen der Unternehmensleitung von Bayer beruhen. Verschiedene bekannte wie auch unbekannte Risiken, Ungewissheiten und andere Faktoren können dazu führen, dass die tatsächlichen Ergebnisse, die Finanzlage, die Entwicklung oder die Performance der Gesellschaft wesentlich von den hier gegebenen Einschätzungen abweichen. Diese Faktoren schließen diejenigen ein, die Bayer in veröffentlichten Berichten beschrieben hat. Diese Berichte stehen auf der Bayer-Webseite www.bayer.de zur Verfügung. Die Gesellschaft übernimmt keinerlei Verpflichtung, solche zukunftsgerichteten Aussagen fortzuschreiben und an zukünftige Ereignisse oder Entwicklungen anzupassen.

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