FACHPRESSE
Donnerstag - 15. April 2021
LinkedIn Live Event zur Präzisionsonkologie

Molekulare Diagnostik für optimale Outcomes in der Krebstherapie

Bayer ist offizieller Unterstützer der Nationalen Dekade gegen Krebs und setzt sich für Innovationen in der Onkologie ein / Eine frühestmögliche molekulare Testung nach Ausschöpfen kurativer Optionen ist die Voraussetzung für den Einsatz präzisionsonkologischer Therapien mit der Chance auf Chronifizierung der Krebserkrankung bei guter Lebensqualität / Experten fordern den Einsatz der molekularen Diagnostik in der Routineversorgung, Fortbildung aller beteiligten Fachgruppen, Aufklärung von Patienten und sektorenübergreifende Vernetzung

Leverkusen, 15. April 2021 – Bayer ist offizieller Unterstützer der Nationalen Dekade gegen Krebs. In diesem Zusammenhang setzt sich Bayer als forschendes Pharmaunternehmen dafür ein, über die Bedeutung und Chancen von Innovationen wie die Präzisionsonkologie aufzuklären und mit relevanten Akteuren einen Dialog zu etablieren und nachhaltig voranzubringen. Bei einem LinkedIn Live Event mit Wissenschaftlern, Ärzten und Patientenvertretern betonten die Experten den hohen Stellenwert der molekularen Diagnostik in der Onkologie, die genomische Treiber des Tumorgeschehens identifizieren kann und damit die Voraussetzung für den Einsatz präzisionsonkologischer Therapien schafft. Dies hat in vielen Fällen nachweislich den Krankheitsverlauf verändert(1) und bietet Patienten die Chance auf Chronifizierung ihrer Krebserkrankung bei guter Lebensqualität.

Aktuell ist die molekulare Diagnostik noch nicht in der Routineversorgung angekommen. Damit mehr Krebspatienten von präzisionsonkologischen Therapien profitieren können, ist es notwendig, früher nach Ausschöpfen kurativer Optionen und breiter als bisher molekular zu testen. „Bayer setzt sich dafür ein, das Leben von Krebspatienten und den Verlauf ihrer Erkrankung substanziell zu verbessern, indem das Potential innovativer Diagnostik und Therapie ausgeschöpft wird“, sagt Dr. Franz Böhme, Leiter Medizin Onkologie/Hämatologie bei Bayer Vital.

Ärzte und Patientenvertreter forderten beim LinkedIn Live Event, bei allen Patienten mit soliden Tumoren möglichst früh nach Ausschöpfen von kurativen Optionen wie chirurgische Resektion molekular zu diagnostizieren. Bei Patienten mit seltenen Tumorarten, bei denen häufig genomische Alterationen gefunden werden, soll bereits vor der Erstlinientherapie molekular getestet werden. Dazu gehören zum Beispiel das sekretorische Mammakarzinom, das Gallengangskarzinom sowie das Schilddrüsenkarzinom. Auch für das nicht-kleinzellige Bronchialkarzinom (NSCLC) sind zahlreiche therapierelevante Alterationen bekannt. Daher empfehlen Leitlinien die molekulare Diagnostik in dieser Entität ebenfalls vor der Erstlinientherapie.(2)

Molekulare Diagnostik als Voraussetzung für Präzisionsonkologie

In den vergangenen Jahren hat sich die Erkenntnis durchgesetzt, dass jeder Tumor individuelle onkogene Treiber aufweist, die auch unabhängig von der Art und der Lokalisation des Tumors vorliegen können. Nur mittels molekularer Diagnostik sind diese spezifischen Genveränderungen im Tumorgewebe nachweisbar, die in einigen Fällen ein sehr präzises therapeutisches Vorgehen erlauben. Präzisionsonkologische Therapien setzen spezifisch und meist sehr selektiv an der genetischen Alteration bzw. am jeweiligen Genprodukt an, das zur Tumorentstehung und zum Tumorwachstum führt und können so eine bessere Wirksamkeit entfalten. Gleichzeitig kommt es zu weniger Off-target-Effekten und weniger Nebenwirkungen.

Zahlreiche solide Tumore mit therapierelevanten Alterationen

Bei allen Tumoren liegen im Genom der Tumorzelle Mutationen vor, die die Tumorentstehung auslösen können und das Tumorwachstum unterhalten, auch wenn noch nicht bei allen Tumoren aufgeklärt bzw. verstanden wurde, wie sie zur Tumorentstehung beitragen. Onkogene Mutationen sind zum Beispiel KRAS-Mutationen beim Kolorektalkarzinom und Prostatakarzinom, BRCA-Mutationen beim Ovarialkarzinom und Melanom sowie NTRK-Fusionen bei Schilddrüsenkarzinom, Sarkomen, pädiatrischen Tumoren, Speicheldrüsenkarzinom und ZNS-Tumoren. Bei mehr als einem Drittel der Patienten, die molekular diagnostiziert werden, können genetische Veränderungen nachgewiesen werden, für die passende Therapien verfügbar sind.(3) Jedoch ist bei einem Großteil der Tumorerkrankungen die molekulare Testung noch nicht Bestandteil der Routineversorgung. Selbst beim nicht-kleinzelligen Bronchialkarzinom (NSCLC), einer Tumorentität, in der die molekulare Testung bereits relativ etabliert ist und die Therapiechancen hoch sind, lagen die Testraten für häufig auftretende Alterationen im Jahr 2019 noch unter 80 Prozent. „Für mehr als die Hälfte der Patienten und Patientinnen mit einem fortgeschrittenem Adenokarzinom der Lunge gibt es molekular zielgerichtete Therapien“, sagt Prof. Dr. Dr. Sonja Loges, Ärztliche Direktorin der Abteilung für personalisierte Onkologie am Universitätsklinikum Mannheim, Leiterin der Abteilung Personalisierte Medizinische Onkologie am Deutschen Krebsforschungszentrum in Heidelberg sowie Sprecherin der AG Molekulare und Translationale Onkologie der Arbeitsgemeinschaft Internistische Onkologie (AIO).

Die Leitlinien der European Society for Medical Oncology (ESMO)(4) sowie ein Positionspapier der Deutschen Gesellschaft für Hämatologie und Medizinische Onkologie (DGHO)(5) empfehlen die molekulare Diagnostik dann, wenn das Ergebnis prädiktive Bedeutung hat, also den Nutzen einer möglichen Behandlung vorhersagen kann. In der Universitätsklinik Mannheim gilt folgender Algorithmus: „Patienten mit soliden Tumoren werden dann molekular diagnostiziert, wenn sie sich in palliativer Therapie in ausreichendem Allgemeinzustand während der vorletzten etablierten Therapielinie befinden. Patienten mit seltenen soliden Tumoren, die häufig genomische Aberrationen aufweisen, werden bereits vor Beginn der Erstlinientherapie molekular getestet“, erläutert Prof. Loges.

Aufklärung, Fortbildung und Vernetzung

Prof. Dr. Christof von Kalle, Vorsitzender am Berlin Institute of Health und Direktor des klinischen Studienzentrums unterstützt die Forderung, bei mehr Krebspatienten molekular zu diagnostizieren. „Die molekulare Diagnostik ist eine der Grundvoraussetzungen für eine individualisierte Krebstherapie“, so Prof. von Kalle. „Jeder Patient, der beispielsweise chirurgisch nicht ausreichend behandelt werden kann, sollte molekular getestet werden.“ Für Dr. Bettina Ryll, Mitglied des „Horizon Europe Cancer Mission Board“ der Europäischen Kommission und Vertreterin von Patienteninteressen ist die Weiterentwicklung in der Diagnostik essenziell: „Krebs ist keine homogene Erkrankung, sondern Krebs ist von Patient zu Patient unterschiedlich und selbst verschiedene Tumore des gleichen Patienten können extrem unterschiedlich sein. Je besser wir Tumore verstehen und angemessen in der Diagnostik abbilden können, umso höher sind unsere Chancen, Therapien anzupassen und damit potenziell Therapieerfolge zu steigern. Mit zunehmender Personalisierung von Therapien wird die systematische Erfassung und unabhängige Auswertung von Gesundheitsdaten immer wichtiger, um sicherzustellen, dass diese auch in der Tat zu verlängertem Überleben und besserer Lebensqualität für Patienten führen. Und allen Klagen zum Trotz – es gab noch nie besser informierte Patientengenerationen. Patienten erwarten heute Therapieansätze, die auf bestmögliche Ergebnisse für den Einzelnen und nicht nur auf Mittelwerte einer Gruppe abzielen“, so Dr. Ryll. „Damit auch Ärzte auf dem aktuellen Wissensstand sind, ist eine kontinuierliche Fortbildung aller beteiligten Fachgruppen und eine vertrauensvolle Zusammenarbeit auf Augenhöhe essenziell“, betont Prof. Loges. Zudem ist eine sektorenübergreifende Vernetzung von onkologischen Kompetenzzentren, niedergelassenen Onkologen und Pathologen nötig, um die Diagnostik und Therapie von Tumorerkrankungen zu verbessern.

Bayer Engagement als offizieller Unterstützer der Nationalen Dekade gegen Krebs

Bayer setzt sich dafür ein, die Bedeutung der Präzisionsonkologie und molekularen Testung in der Onkologie zu stärken und unterstützt den Dialog mit allen relevanten Akteuren, damit in Deutschland Tumorerkrankungen frühzeitig, also nach Ausschöpfen kurativer Optionen, diagnostiziert und der besten verfügbaren Tumortherapie zugeführt werden. „Wir haben ein ganzes Bündel an Aktivitäten für die unterschiedlichen Zielgruppen umgesetzt. Mit der Website www.testedeinentumor.de wurde beispielsweise eine Informations-Plattform speziell für Patienten geschaffen, bei der auch Patientenorganisationen von Anfang an einbezogen wurden“, erläutert Dr. Böhme. Die Website umfasst verschiedene Informationsmaterialien, zum Beispiel über den Ablauf der molekularen Diagnostik, den Unterschied zwischen molekularer Diagnostik und Gentests und einen Gesprächsleitfaden für das Arzt-Patienten-Gespräch. Das Angebot soll Krebspatienten ermutigen, sich ein genaues Bild über ihre Krebserkrankung zu machen.

Über Bayer
Bayer ist ein weltweit tätiges Unternehmen mit Kernkompetenzen auf den Life-Science-Gebieten Gesundheit und Ernährung. Mit seinen Produkten und Dienstleistungen will das Unternehmen Menschen nützen und die Umwelt schonen, indem es zur Lösung grundlegender Herausforderungen einer stetig wachsenden und alternden Weltbevölkerung beiträgt. Bayer verpflichtet sich dazu, mit seinen Geschäften einen wesentlichen Beitrag zur nachhaltigen Entwicklung zu leisten. Gleichzeitig will der Konzern seine Ertragskraft steigern sowie Werte durch Innovation und Wachstum schaffen. Die Marke Bayer steht weltweit für Vertrauen, Zuverlässigkeit und Qualität. Im Geschäftsjahr 2020 erzielte der Konzern mit rund 100.000 Beschäftigten einen Umsatz von 41,4 Milliarden Euro. Die Ausgaben für Forschung und Entwicklung beliefen sich bereinigt um Sondereinflüsse auf 4,9 Milliarden Euro. Weitere Informationen sind im Internet zu finden unter www.bayer.de

Die Bayer Vital GmbH vertreibt die Arzneimittel der Divisionen Consumer Health und Pharmaceuticals in Deutschland. Mehr Informationen zur Bayer Vital GmbH finden Sie unter: www.gesundheit.bayer.de

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(1) Solomon et al. Journal of Clinical Oncology 2018; 36(22)
(2) https://www.esmo.org/guidelines/lung-and-chest-tumours/clinical-practice-living-guidelines-metastatic-non-small-cell-lung-cancer/consensus-guidelines-pathology-and-molecular-biomarkers-for-non-small-cell-lung-cancer
(3) Massard C, Michiels S, Ferte C, et al. High-throughput genomics and clinical outcome in hard-to-treat advanced cancers: results of the MOSCATO 01 trial. Cancer Discov. 2017;7(6):586-595
(4) ESMO: https://www.esmo.org/guidelines
(5) https://www.dgho.de/publikationen/stellungnahmen/gute-aerztliche-praxis/molekulare-diagnostik/molekulare-diagnostik-positionspapier-2019-1.pdf/view

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Jutta Schulze

Bayer Vital GmbH Kommunikation
General Medicine und Oncology
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