Freitag - 12. April 2019
Dritte Ausstellung der Spielzeit 18/19 von Bayer Kultur

„So viel Bauhaus hier“ – Bauhäusler im Westen

Bayer Kultur stellt im Erholungshaus Leverkusen einige der Bauhäusler vor, die nach ihrer Vertreibung durch die Nationalsozialisten aus Dessau und Berlin in Nordrhein-Westfalen eine neue Wirkungsstätte fanden
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Oskar Schlemmer, Entwurf für ein Lackkabinett, Ohne Jahr

Leverkusen, 12. April 2019 – Bayer Kultur blickt mit der dritten Ausstellung der Spielzeit 2018/19 zurück auf den großen Aufbruch der Moderne in der Zeit der Weimarer Republik sowie die existenziellen Brüche in vielen Künstlerbiografien nach der Machtergreifung der Nationalsozialisten. Diese Brüche galten auch für zahlreiche Künstler am „Bauhaus“, dessen Geschichte sich parallel zu der der ersten deutschen Republik vollzog: Es wurde 1919 von Walter Gropius in Weimar gegründet und 1933 durch die Nationalsozialisten in Berlin geschlossen. In den 14 Jahren seines Bestehens lehrten viele der wichtigsten Künstler der Moderne an dieser legendären Schule für Gestaltung. Etliche von ihnen konnten nach 1933 ihre Arbeit im Ausland fortsetzen, aber wie ging es denjenigen, die in Deutschland geblieben sind? Die Ausstellung „So viel Bauhaus hier“ im Erholungshaus in Leverkusen nimmt mit Georg Muche und Oskar Schlemmer vom 14. April bis zum 30. Juni exemplarisch zwei „Bauhaus“-Meister der Weimarer Zeit in den Blick, die in Nordrhein-Westfalen Arbeits- und Lebensmöglichkeiten fanden.

Bauhäusler im Westen
Georg Muche übernahm 1938 den Lehrstuhl von Johannes Itten an der Textilfachschule in Krefeld und konnte während des Krieges einige ehemalige „Bauhaus“-Studierende dorthin holen. Trotz der schwierigen Zeit boten eine aufgeschlossene Textilindustrie und die Ausbildungsstätten den Gestaltern zahlreiche Wirkungsmöglichkeiten. Seinen langjährigen Kollegen am Bauhaus, Oskar Schlemmer, traf Muche in Wuppertal wieder, wo der Lackfabrikant Dr. Kurt Herberts ungeachtet der nationalsozialistischen Diffamierung Aufträge an Avantgardekünstler vergab und den „Wuppertaler Arbeitskreis“ gründete.

„Wuppertaler Arbeitskreis“
Es ist der Vermittlung des Architekten Heinz Rasch zu verdanken, dass ab 1937 in der Lackfabrik von Dr. Kurt Herberts & Co. in Wuppertal Künstler mit vielfältigen Arbeiten beauftragt wurden. Der Kontakt zu den aus den Lehrämtern entlassenen Professoren Willi Baumeister und Oskar Schlemmer wurde über den ehemaligen Bauleiter auf dem Stuttgarter Weißenhof, Franz Krause, hergestellt.

Oskar Schlemmer hatte sich nach seiner Entlassung zurückgezogen und war gezwungen, Maleraufträge anzunehmen. Insofern war die Berufung zum „Professor für maltechnische Forschungsvorhaben“ in Herberts Lackfabrik zum einen eine materielle Entlastung für ihn. Zum anderen ergaben sich durch die Zusammenarbeit mit anderen Avantgardekünstlern Impulse für seine kreative Arbeit. Mit den Krefelder Kollegen stand Schlemmer im persönlichen Austausch, sodass er nach einem Treffen an seine Frau schrieb: „So viel Bauhaus hier und alles brauchbare Leute“.

1940 richtete Herberts in einem Bürogebäude am Wuppertaler Döppersberg das „Institut für Malstoffkunde“ ein – inklusive Atelier- und Arbeitsräume. Der Auftrag an die Künstler des „Wuppertaler Arbeitskreises“ lautete, die künstlerische Anwendbarkeit der Herberts´schen Industrielacke zu untersuchen. Die Ausstellung im Erholungshaus zeigt aus dieser „Versuchsreihe“ Schlemmers Entwürfe für Lackobjekte, ein „Lackkabinett“ und zwei „Fensterbilder“ – die letzte Werkreihe vor seinem frühen Tod 1943.

Der „Wuppertaler Arbeitskreises“ publizierte auch eine Schriftenreihe zur Geschichte der Malerei, die mit der Vorbereitung der Publikation „Modulation und Patina“ einen letzten Höhepunkt fand. Dafür wurden eine Vielzahl von abstrakten Versuchstafeln von Baumeister, Krause und Schlemmer angefertigt: Dem Malmaterial sollte eine mitschaffende, dem Maler fast gleichberechtigte Komponente zugewiesen werden. Erst um 1941 gelangten die zeitgleich entstandenen Arbeiten der Pariser Surrealisten den Künstlern zur Kenntnis, sodass unabhängig voneinander Überlegungen angestellt wurden, die später das „Informel“ prägten. Baumeister verband die maltechnischen Versuche mit seiner künstlerischen Arbeit und setzte diese nach 1945 in einem wegweisenden Spätwerk fort. Er gehörte zu den wichtigsten Vertretern der Abstraktion der 1950er-Jahre.

Muches Lehrtätigkeit in Krefeld beeinflusste viele Studierende, von denen Heinz Trökes und Rudolf Schoofs wichtige Vertreter des „Informel“ wurden. Schoofs kehrte Anfang der 1960er-Jahre als Lehrer der Werkkunstschule nach Wuppertal zurück.

Die Ausstellung „So viel Bauhaus hier – Bauhäusler im Westen“ ist vom 14. April bis zum 30. Juni 2019 im Erholungshaus Leverkusen zu sehen. Der Eintritt ist frei, Informationen unter www.kultur.bayer.de.


Ausstellungszeitraum
14. APR bis 30. JUN 2019 / Erholungshaus Leverkusen
Nobelstr. 37 / 51373 Leverkusen

Vernissage
14. APR 2019 / 11.00 Uhr / Erholungshaus Leverkusen / Eintritt frei
Einführung Prof. Dr. Ulrich Heinen, Universität Wuppertal

Finissage
30. JUN 2019 / 11.30 Uhr / Erholungshaus Leverkusen / Eintritt frei
Einführung Dr. Karin Thönnissen zum Thema „Georg Muche. Ein Bauhauskünstler in Krefeld“

Öffnungszeiten
SA / SO / feiertags / 11.00 – 17.00 Uhr
sowie eine Stunde vor Veranstaltungsbeginn

Öffentliche Führungen
jeden 1., 3. und 5. SO im Monat / 11.15 Uhr
Führungen „Art after Work“
6. MAI und 3. JUN / 18.00 Uhr / Eintritt frei
Sonderführungen nach Vereinbarung
(Anmeldung unter 0214 30-41283)

Über Bayer
Bayer ist ein weltweit tätiges Unternehmen mit Kernkompetenzen auf den Life-Science-Gebieten Gesundheit und Ernährung. Mit seinen Produkten und Dienstleistungen will das Unternehmen den Menschen nützen, indem es zur Lösung grundlegender Herausforderungen einer stetig wachsenden und alternden Weltbevölkerung beiträgt. Gleichzeitig will der Konzern seine Ertragskraft steigern sowie Werte durch Innovation und Wachstum schaffen. Bayer bekennt sich zu den Prinzipien der Nachhaltigkeit und steht mit seiner Marke weltweit für Vertrauen, Zuverlässigkeit und Qualität. Im Geschäftsjahr 2018 erzielte der Konzern mit rund 117.000 Beschäftigten einen Umsatz von 39,6 Milliarden Euro. Die Investitionen beliefen sich auf 2,6 Milliarden Euro und die Ausgaben für Forschung und Entwicklung auf 5,2 Milliarden Euro. Weitere Informationen sind im Internet zu finden unter www.bayer.de

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Diese Presseinformation kann bestimmte in die Zukunft gerichtete Aussagen enthalten, die auf den gegenwärtigen Annahmen und Prognosen der Unternehmensleitung von Bayer beruhen. Verschiedene bekannte wie auch unbekannte Risiken, Ungewissheiten und andere Faktoren können dazu führen, dass die tatsächlichen Ergebnisse, die Finanzlage, die Entwicklung oder die Performance der Gesellschaft wesentlich von den hier gegebenen Einschätzungen abweichen. Diese Faktoren schließen diejenigen ein, die Bayer in veröffentlichten Berichten beschrieben hat. Diese Berichte stehen auf der Bayer-Webseite www.bayer.de zur Verfügung. Die Gesellschaft übernimmt keinerlei Verpflichtung, solche zukunftsgerichteten Aussagen fortzuschreiben und an zukünftige Ereignisse oder Entwicklungen anzupassen.

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