Dienstag - 22. Juni 2021

Was jetzt zu tun ist – Deutschlands Weg zur Klimaneutralität

Aus den Ausführungen von Werner Baumann, Vorsitzender des Vorstands der Bayer AG

(Es gilt das gesprochene Wort)

Meine sehr geehrten Damen und Herren, vielen Dank für die Einladung und die Gelegenheit, hier sprechen zu dürfen.

Wir sind bei der Debatte um Klimaneutralität an einem entscheidenden Punkt angelangt: Es geht nicht mehr um das OB, sondern es geht um das WIE. Die Richtung ist klar. Die Wissenschaft ist eindeutig: Klimaneutralität ist alternativlos. Das Pariser Klimaabkommen ist alternativlos. Jetzt geht es um den konkreten Weg, um dieses Ziel zu erreichen.


(2021-1504-1)

Und da steht für mich eine Sache fest: Dekarbonisierung ohne Innovationen führt zu Deindustrialisierung. Das zu verhindern, sollte unser gemeinsames politisches, wirtschaft- liches und gesellschaftliches Ziel sein. Denn wenn unsere industriellen Strukturen hier abgebaut und woanders aufgebaut werden, ist für das Klima wenig gewonnen, aber für uns alle viel verloren, insbesondere Wohlstand, Wertschöpfung und Arbeitsplätze. Unsere gemeinsame Chance liegt im genauen Gegenteil. Dass wir der Welt zeigen, wie die Transformation zu einer nachhaltigen Wirtschaft gelingen kann, mit grünen Zielen und schwarzen Zahlen – made in Germany und made in Europe. Darum geht es.

Was wir dafür benötigen, ist vereinfacht gesagt: mehr Fortschritt und neue Technologien. Dafür braucht es konkrete Weichenstellungen von allen Beteiligten. Ich glaube, die Zeit ist reif dafür. Erstens weil wir einen enormen wissenschaftlichen Fortschritt sehen. Zweitens weil wir handeln müssen. Und drittens, weil wir gerade alle gemeinsam den Wert von Forschung für die Gesellschaft ganz konkret erleben.

Ich nehme an, dass viele von Ihnen bereits geimpft sind. Das war nur möglich, weil in Rekordzeit Impfstoffe gegen COVID-19 entwickelt werden konnten, vor allem auf Basis der neuartigen mRNA-Technologie.

Wir haben hier gesehen, dass vier gesellschaftliche Kräfte in die gleiche Richtung ziehen:
- Unternehmen sind ins Risiko gegangen.
- Forscherinnen und Forscher haben weltweit kooperiert und Innovationen möglich gemacht.
- Die Politik hat die Erforschung und Zulassung von Impfstoffen gezielt gefördert.
- Und die Bürgerinnen und Bürger haben sich, von einer Minderheit abgesehen, für eine Impfung entschieden.

Wo immer diese vier Kräfte – Wirtschaft, Wissenschaft, Regulierung und Partizipation – in die gleiche Richtung weisen, ist großer Fortschritt möglich. Diese Erkenntnis sollten wir auf die Dekarbonisierung übertragen.

Dazu kommt noch etwas anderes, speziell für uns in Deutschland: Ich glaube, dass wir noch besser verstehen müssen, dass es hier um globale Fragen geht, ganz besonders bei der Bekämpfung des Klimawandels. Mit Blick auf unsere Debatten habe ich manchmal den Eindruck, als ginge es nur darum, dass wir hier in Deutschland klimaneutral werden. Es geht aber nicht um 80 Millionen Menschen, sondern um 8 Milliarden. Und ehrlich gesagt sind diese Zahlen eine gute Referenz, um zu beschreiben, was wir tun müssen: Wir müssen 100 Mal größer denken.


(2021-1504-2)

Was heißt das für uns als globales Unternehmen? Bei Bayer haben wir 2019 entschieden, voll auf Dekarbonisierung zu setzen. Wir haben ganz bewusst keine Nachhaltigkeits- strategie. Sondern wir haben Nachhaltigkeit zu einem strategischen Schwerpunkt unserer Geschäftsstrategie gemacht. Das ist ein wichtiger Unterschied.

Wir haben 20 Prozent der langfristigen Bezahlung von Management und Vorstand an unsere Nachhaltigkeitsziele gekoppelt. Wir haben einen internen CO2-Preis von 100 Euro pro Tonne beschlossen, der in die Kalkulation jedes Projekts von Bayer mit einfließt.
Beides – die Vergütung des Managements und die Bepreisung von CO2 – trägt dazu bei, die Dekarbonisierung systematisch voranzutreiben. Solche finanziellen Anreizsysteme, wie wir sie bei Bayer haben, sind weltweit noch die Ausnahme. Ich glaube aber, dass es entscheidend auf diese finanziellen Anreize ankommt.

Es gibt ein schönes Zitat von dem amerikanischen Schriftsteller Upton Sinclair, mit dem das zum Ausdruck kommt. Er sagte: „Es ist schwierig, einen Menschen dazu zu bringen, etwas zu verstehen, wenn sein Gehalt davon abhängt, dass er es nicht versteht.“ Deshalb ist es wichtig, die Anreizsysteme auf Dekarbonisierung auszurichten.


(2021-1504-3)

Bei der Reduzierung unserer Emissionen orientieren wir uns am Pariser Klimaabkommen. Bis 2030 werden wir in unserer eigenen Produktion klimaneutral sein.

Dafür investieren wir etwa 500 Millionen Euro in effizientere Anlagen und Gebäudetechnik. Und natürlich setzen wir großflächig auf Strom aus Erneuerbaren Energien. In einigen wichtigen Ländern wie Spanien oder Mexiko haben wir hier im vergangenen Jahr langfristige Lieferverträge unterschrieben.

Die Science Based Target-Initiative hat unsere Klimaziele bestätigt. Sie stimmen überein mit dem 1,5 Grad-Ziel. Insgesamt reduzieren wir unsere eigenen Emissionen bis 2029 um 42 Prozent. Bis 2050 werden wir das Net-Zero-Ziel erreichen, also die Klimaneutralität für Bayer inklusive unserer gesamten Lieferkette von heute etwa 86.000 direkten Zulieferern weltweit.

Der große Hebel für das Klima liegt dabei vor allem im Agrarbereich. Bei der Diskussion um den Klimawandel wird viel über Verkehr und Energie gesprochen. Das ist nachvoll- ziehbar. Aber etwa 25 Prozent der Treibhausgas-Emissionen weltweit stammt aus
der Wertschöpfungskette der Landwirtschaft. Bayer hat als führendes Unternehmen der Agrarindustrie ungefähr einen Marktanteil von 25 Prozent. Das allein zeigt unsere Verantwortung auf dem Weg zu einer nachhaltigeren Landwirtschaft.

Gemeinsam mit unseren Kunden arbeiten wir daran, bis 2030 die Emissionen der wichtigsten Agrarmärkte um 30 Prozent zu reduzieren. Der Schlüssel dafür sind Innovationen. Bayer investiert bis zum Jahr 2030 allein im Agrarbereich 20 Milliarden Euro in Forschung und Entwicklung – so viel wie kein anderes Unternehmen weltweit.

Das ist auch dringend notwendig. Denn wir brauchen eine Landwirtschaft, die unter extremeren Bedingungen weniger Ressourcen verbraucht und gleichzeitig mehr produziert, um die Ernährung der wachsenden Bevölkerung zu sichern.

Das Welternährungsprogramm schätzt, dass die Reiserträge bis 2030 um 30 Prozent steigen müssen und die Weizenerträge bis 2050 um 60 Prozent. Das ist eine echte Herkulesaufgabe! Vereinfacht gesagt: Mit weniger Ressourcen und unter schwierigeren Umständen mehr Nahrungsmittel herstellen. Das geht nur mit Innovationen, und daran arbeiten unsere Forscherinnen und Forscher jeden Tag.


(2021-1504-4)

Zurück zur Dekarbonisierung: Was brauchen wir auf dem Weg zur Klimaneutralität? Aus meiner Sicht drei Punkte. Und um das klar zu sagen: Wir brauchen sie alle drei, einer davon reicht nicht.
- Wir brauchen erstens die Reduzierung von Emissionen.
- Zweitens: Auf Neudeutsch, Removal, also das Entfernen oder Binden von CO2.
- Und wir brauchen drittens Resilienz, also die Widerstandsfähigkeit gegen veränderte klimatische Bedingungen.

Ich will kurz auf die drei Punkte eingehen.

Der erste Punkt, die Reduzierung von Treibhausgas-Emissionen, liegt auf der Hand. Die Wissenschaft ist hier klar. Es ist sehr ermutigend zu sehen, dass wir inzwischen eine globale Bewegung haben, mit der EU, China, Japan und nun auch den USA, die sich zu klaren Reduktionszielen bis Mitte des Jahrhunderts verpflichten. Das ist entscheidend, denn ähnlich wie bei der Bekämpfung der Pandemie, wird auch der Weg in die Klimaneutralität nur in internationaler Kooperation gelingen.

Genau wie bei COVID-19 benötigen wir aber auch Offenheit für neue Technologien. Denn es geht nicht nur darum, Emissionen zu senken, sondern gleichzeitig wirtschaftlich erfolgreich zu bleiben. Nur wenn beides gelingt, kann unsere Transformation zu einem internationalen Vorbild und die Dekarbonisierung zu einem nachhaltigen Erfolg werden.

Klimaneutralität bedeutet, dass wir 100 Mal größer denken müssen. Aber eben nicht beim Verzichten und Verbieten, sondern beim Erforschen und Erfinden.

Wir entwickeln bei Bayer Innovationen, die Emissionen reduzieren. Und dabei arbeiten wir im wörtlichen Sinne an radikalen Lösungen, denn radikal bedeutet, wie Sie wissen: an die Wurzel eines Problems zu gehen.

Nehmen Sie das Beispiel Dünger. Stickstoffdünger ist heute die Voraussetzung für ca. 40 Prozent der weltweiten Ernährung, aber auch verantwortlich für mehr als 5 Prozent der Treibhausgase. Dünger ist in der Landwirtschaft einer der Haupttreiber des Klimawandels. Das zeigt auch ein aktuelles Gutachten der Stiftung Klimaneutralität. Dünger ist außerdem schon jetzt ein hoher Kostenfaktor für Landwirte, und das wird durch die CO2-Bepreisung noch weiter zunehmen.

Deshalb brauchen wir Alternativen. Vor mehr als 100 Jahren haben die beiden Herren, die Sie hier sehen, Fritz Haber und Carl Bosch, ein Verfahren entwickelt, das die Düngemittel- produktion revolutioniert hat. Jetzt ist es an der Zeit, dieses Verfahren zu ersetzen.

Bayer forscht gemeinsam mit Partnern daran, die Umwelt- und Treibhausgas-Belastung durch Stickstoffdünger zu reduzieren. Dabei sollen geneditierte Mikroben dem Getreide helfen, seinen Stickstoffbedarf selbst und ohne Dünger zu decken. So kann Klimaneutralität durch Innovationen funktionieren!

Und das gilt natürlich über unsere Branchen hinaus. Ob bei grünem Wasserstoff, alternativen Kraftstoffen für den Luftverkehr oder alternativen tierischen Proteinen: Wer Dekarbonisierung will, muss Bedenken hintenanstellen und die Umsetzung von Innovationen beschleunigen.

Der zweite Punkt neben der Reduzierung ist das Binden von CO2, und da kann die Landwirtschaft ein essenzieller Teil der Lösung sein, der bei uns noch zu wenig Beachtung findet. Eine nachhaltige Art der Bodenbearbeitung und nachhaltige landwirtschaftliche Praktiken können dazu führen, CO2 aus der Luft zu binden. Mit der Speicherung von Treibhausgasen in Agrarflächen können Landwirte der Gesellschaft helfen und zur Klimaneutralität beitragen.

In den USA ist das Bewusstsein dafür da. In seiner ersten großen Rede vor dem Kongress hat Präsident Biden Ende April darüber gesprochen, wie durch den Klimawandel Jobs geschaffen werden können und welchen Sektoren dabei eine besondere Bedeutung zukommt. Dabei hat er explizit auf die Landwirte hingewiesen, die Kohlendioxid in der Luft reduzieren können und dafür bezahlt werden sollten.

Auf diese Weise würde konkreter Klimaschutz zu einer neuen Einnahmequelle für Landwirte. So könnten Geschäftsmodelle gezielt auf Klimaneutralität ausgerichtet werden. Beispiele wie dieses sind aus meiner Sicht ein Beleg dafür, wie Dekarbonisierung mit einem marktwirtschaftlichen Ansatz gelingen kann.

Bei Bayer haben wir im vergangenen Jahr erste Schritte in diese Richtung unternommen. Wir haben in Brasilien und den USA damit begonnen, Landwirte zu belohnen, wenn sie klimafreundliche Verfahren auf ihren Feldern eingeführt haben. Das Ziel ist, einen möglichst globalen Marktplatz zu entwickeln, bei dem Landwirte davon profitieren, wenn sie Kohlendioxid im Boden binden.

Entscheidend dafür ist die Zertifizierung nach einem einheitlichen Standard. So dass Landwirte in die Lage versetzt werden, ihre Emissionseinsparungen zu quantifizieren und zu verkaufen. Entweder an Unternehmen, die ihren CO2-Fußabdruck ausgleichen. Oder etwa an Lebensmittelhersteller, die nachhaltige Produkte anbieten wollen. Das wäre ein großer Hebel für die Klimaneutralität.

Der dritte Punkt ist die Resilienz gegen den Klimawandel – und auch hier steht die Landwirtschaft in der ersten Reihe. Schon heute ist der Klimawandel für viele unserer Kunden Realität – seien es Kleinbauern oder große Agrarbetriebe. Die Zahl und Intensität der Klimaextreme hat weltweit zugenommen. Besonders bedroht sind die Ernten und damit die Nahrungsversorgung in Ländern mit kleinen und mittleren Einkommen – und damit in den Ländern, die am wenigsten für den Klimawandel verantwortlich sind.

Die Frage der Resilienz unserer Ernährungssysteme ist deshalb eine Frage der Gerechtigkeit und insbesondere eine Frage der Stabilität. Wir können bereits sehen, wie die globalen Ernährungssysteme durch den zunehmenden Einfluss des Klimawandels unter Druck geraten. Das ist ein großes Thema, das auf uns zukommt. Ganz aktuelle Daten der FAO zeigen uns, dass sich insbesondere der Import von Lebensmitteln für Länder wie Indonesien oder Nigeria in diesem Jahr massiv verteuern wird.

Deshalb ist auch die Dekarbonisierung der Ernährungssysteme ein wichtiger Faktor, und wir sehen in unseren Laboren und auf unseren Versuchsfeldern, was heute möglich ist. Die Fortschritte im Bereich der Biologie, aber auch der Digitalisierung sind enorm. Acht der letzten zehn Chemienobelpreise sind für Entdeckungen in der Welt der Gene und Proteine vergeben worden, zuletzt 2020 an die Erfinderinnen der Genschere CRISPR/Cas, Jennifer Daudna und Emanuelle Charpentier.


(2021-1504-5)

Ich will Ihnen diese drei Punkte – Reduzierung, Removal und Resilienz – an einem konkreten Beispiel aufzeigen. Wir haben bei Bayer eine neue Maissorte entwickelt, die nicht mehr so hoch wächst wie der klassische Mais. Damit werden die Pflanzen stabiler. Sie brauchen weniger Nährstoffe und können dichter stehen.

Oder mit anderen Worten:
- Reduzierung: Der Mais braucht weniger Dünger, also weniger CO2, zudem auch weni- ger Wasser und Pflanzenschutzmittel.
- Removal: Der Mais hat ein anderes, tieferes Wurzelwerk, womit er mehr CO2 aus der Luft bindet und im Boden speichert.
- Und Resilienz: Der Mais hält Stürme besser aus, weil er stabiler ist. Und er kommt besser mit Dürre zurecht, weil er weniger Wasser benötigt.

Um die Dimension kurz deutlich zu machen: Wir brauchen mit diesem kurzen Mais 20 Prozent weniger Fläche für die gleiche Erntemenge – und das bei einer der wichtigsten Nutzpflanzen weltweit. Diese Technologie hat das Potenzial, die Maisproduktion in den kommenden Jahren zu revolutionieren und die Landwirtschaft nachhaltiger zu machen.

Bayer hat diesen Mais in einem Pilotprojekt in Mexiko eingeführt. Wir bieten die Pflanze in einer gentechnisch veränderten und in einer klassisch gezüchteten Variante an, um den Kunden die Wahl zu lassen. Und ganz nebenbei: Diese Innovation stammt aus den exzellenten Forschungslaboren des ehemaligen Unternehmens Monsanto.

Lassen Sie mich kurz zusammenfassen, was aus meiner Sicht jetzt zu tun ist. Zunächst würde ich mir wünschen, dass Sie vor allem drei Dinge aus meinem Vortrag mitnehmen: Erstens die Bedeutung der Landwirtschaft. Natürlich ist es wichtig, über die Energiewende und die Mobilitätswende zu sprechen. Aber ein Viertel aller Emissionen weltweit stammt aus der Landwirtschaft. Hier liegt ein großer Hebel und eine große Verantwortung auf dem Weg in eine klimaneutrale Zukunft.

Zweitens: Wir müssen 100 Mal größer denken. Es geht nicht um 80 Millionen Menschen in Deutschland, sondern um 8 Milliarden weltweit. Und gerade im globalen Maßstab müssen wir offen sein für neue Technologien und in Forschung investieren. Wir machen das mit allein 20 Milliarden Euro im Agrarbereich bis 2030.


(2021-1504-6)

Und drittens: Die Herausforderung ist zu groß für kleinliche Debatten. Damit die Dekarboni- sierung eine Erfolgsgeschichte wird, müssen genau wie bei der Impfstoff-Entwicklung vier gesellschaftliche Kräfte in die gleiche Richtung ziehen:

Unternehmen müssen ihre Geschäftsstrategien entsprechend ausrichten. Und da kann ich Ihnen sagen, dass die deutsche Wirtschaft und auch die Investoren, mit denen ich Kontakt habe, extrem klar sind: Klimaneutralität ist alternativlos. Es geht jetzt um die konkrete Ausgestaltung.

Forscherinnen und Forscher müssen neue Technologien gegen den Klimawandel entwickeln. Als Vertreter eines der forschungsintensivsten Unternehmen in Deutschland kann ich Ihnen berichten, dass in diesem Bereich Bahnbrechendes passiert. Über einige Innovationen habe ich gesprochen. Experten nennen das, was da gerade geschieht, eine Bio-Revolution. Und wir stehen hier erst am Anfang.

Der dritte Bereich ist die Politik und die Regulierung. Hier geht es um die richtigen Rahmenbedingungen: Wir müssen Klimaneutralität und Wettbewerbsfähigkeit zusammen- denken, und das geht nur mit Innovationen. Wir sollten die privaten und öffentlichen Forschungsinvestitionen massiv ausbauen und die staatliche Förderung an der Dekarbonisierung ausrichten. Die EU-Kommission hat sich zuletzt offener dafür gezeigt, die Schlüsseltechnologie der Gen-Editierung anders zu regulieren. Das ist ein positives Zeichen.

Und als Viertes geht es natürlich darum, die Bürgerinnen und Bürger mitzunehmen. Das marktwirtschaftliche Instrument der CO2-Bepreisung spielt eine wichtige Rolle, aber bei der konkreten Ausgestaltung ist Augenmaß gefragt. Nur auf Verbote zu setzen, halte ich für falsch, und das kann Gegenreaktionen auslösen. Nochmal: Bei der Klimaneutralität geht es nicht nur um Verzichten und Verhindern, sondern um Erforschen und Erfinden. Wir brauchen in diesem Land eine Willkommenskultur für Innovationen!

Wenn es uns gelingt, dass diese vier Kräfte – Wirtschaft, Wissenschaft, Regulierung und Partizipation – bei der Transformation zu einer klimaneutralen Gesellschaft in die gleiche Richtung weisen, dann ist großer Fortschritt möglich.

Vielen Dank für Ihre Aufmerksamkeit!

Zukunftsgerichtete Aussagen
Diese Presse-Information kann bestimmte in die Zukunft gerichtete Aussagen enthalten, die auf den gegenwärtigen Annahmen und Prognosen der Unternehmensleitung von Bayer beruhen. Verschiedene bekannte wie auch unbekannte Risiken, Ungewissheiten und andere Faktoren können dazu führen, dass die tatsächlichen Ergebnisse, die Finanzlage, die Entwicklung oder die Performance der Gesellschaft wesentlich von den hier gegebenen Einschätzungen abweichen. Diese Faktoren schließen diejenigen ein, die Bayer in veröffentlichten Berichten beschrieben hat. Diese Berichte stehen auf der Bayer-Webseite www.bayer.de zur Verfügung. Die Gesellschaft übernimmt keinerlei Verpflichtung, solche zukunftsgerichteten Aussagen fortzuschreiben und an zukünftige Ereignisse oder Entwicklungen anzupassen.

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